Sanssouci
Bäume im Park - Teil 1
Stand: 18.11.2011
Das hier ist die größte und älteste Sumpfzypresse im Park. Sie ist um 1836 gepflanzt worden. Der Umfang des Stammes hat fast 7 Meter erreicht.
Der Baum ist wenige Meter östlich der Römischen Bäder zu finden.
Die Bäume der Familie der Sumpfzypressengewächse (auch Sommergrüne Koniferen) Taxodiaceae war vor etlichen Millionen Jahren artenreich weit verbreitet. 15 Arten sind übrig geblieben, darunter der Mammutbaum.
Heute wächst Taxodium distichum noch in Frischwassersümpfen in den Everglades (Florida, USA), in Mexico, Ostasien und auf Tasmanien. Dies Art wurde in Parks und Gärten wie hier gerne als exotisch anmutender Baum angepflanzt.
Nährt man sich dem Stamm sind eigenartige Wurzelauswüchse wie auf dem Bild unten zu erkennen.
Es sind Atemwurzeln (Pneumatophren) die dem Baum zur zusätzlichen Sauerstoffversorgung dienen.
Die Schönheit der Landschaftsgärten von Peter Joseph Lennè ist atemberaubend. Seine Werkliste bei Wikipedia ist beeindruckend lang. Weniger bekannt ist, dass er auch als Städteplaner zusammen mit Schinkel viel in Berlin bewirkt hat. Da er auch u. a. den Landwehrkanal baute, nannten ihn die Berliner "Buddelpeter". Sie verdanken ihm die meisten Grünzüge in der Stadt.
Läuft man durch seine Parks, kommt es einem vor wie eine Theaterinzenierung. Man läuft an Gehölzen vorbei, sieht plötzlich - z. B. in Sanssouci - die Mühle und ein paar Meter weiter ist sie schon nicht mehr zu sehen. Sichtachsen lassen Gebäude wie das Chinesische Teehaus schon von weitem funkeln. Nährt man sich ihm aber vom Südwesten, sieht man es erst, wenn man unmittelbar vor dem Haus steht.
Schön anzuschauen sind die Baumgruppen aus oft drei schräg zusammen gepflanzten, heute sehr großen Laubbäumen. Steht man direkt unter ihnen wird einem einmal mehr bewusst, dass sich auch ein Urlaub zuhause in Deutschland lohnt, vor allem dann, wenn man sich durch solcherlei schöne Parkanlagen bewegen kann.
Hier kann man ein wenig von der tagtäglichen Hektik vergessen und befindet sich dennoch, trotz des vielen Grüns um einen herum, in unmittelbarer Nähe zur Stadt. Kinder können in solchen Parks überdies viel über die heimische Natur lernen.
Verschiedene Baum- und Pflanzenarten und natürlich auch die tierischen Parkbewohner – alleine 66 verschiedene Vogelarten sind im Park gezählt worden - machen jeden Besuch der Parkanlagen zu einen besonderen Erlebnis.
Wikipedia schreibt über Lenné:
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Joseph_Lenné
"Peter Joseph Lenné (* 29. September 1789 in Bonn; gest. 23. Januar 1866 in Potsdam) war ein preußischer Gartenkünstler und Landschaftsarchitekt des deutschen Klassizismus.
Peter Joseph Lenné prägte fast ein halbes Jahrhundert die Gartenkunst in Preußen
Er gestaltete weiträumige Parkanlagen nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten und konzentrierte sich vor allem in seiner Spätzeit auf eine sozialverträgliche Stadtplanung Berlins, indem er Grünanlagen für die Naherholung der Bevölkerung schuf. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten lag im Berlin-Potsdamer Kulturraum, doch finden sich auch in vielen weiteren Teilen Deutschlands Zeugnisse seiner Arbeiten.
Charakteristische Merkmale seiner Landschaftsgestaltungen sind die vielfältigen Sichtachsen, mit denen er vor allem in Potsdam die einzelnen Parkanlagen optisch miteinander verband und deren Bauwerke durch diese Sichtlinien wirkungsvoll in Szene setzte. Die Sichtschneisen nahm er als Ausgangspunkt für die Anlage verschlungener Wege und Gartenflächen, in denen er mit exotischen Pflanzen Akzente setzte.
Sein landschaftskünstlerisches Werk bildet einen wesentlichen Teil der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft, die von der Pfaueninsel bis nach Werder reicht. Es steht, seit die gesamte Landschaft 1990 zum Weltkulturerbe ernannt wurde, unter dem Schutz der UNESCO."

Peter Joseph Lenné
(aus Wikipedia)
Sumpfzypresse - Taxodium distichum, Hänge-Nootka-Scheinzypresse
Kaukasische Flügelnuss - Pterocarya sp.
Gemeiner Trompetenbaum - Catalpa bignonioides
Hängebuche - Favus sylvatica f. pendula
Blutbuche - Favus sylvatica f. pupurea
Rotbuche - Favus sylvatica
Platane - Platanus
Linden - Tilia
Eichen - Quercus: Persische Eiche, Ungarische Eiche, Traubeneiche, Färbereiche, Stieleiche, Wintergrüne Eiche
Amerikanischer Amberbaum - Liquidamber styraciflua
Gewöhnliche Rosskastanie - Aesculus hippocastanum L.
Redwood - Sequoia sempervirens
Europäische Lärche - Larix decidua
Kaukasische Fichte
Zirbelkiefer - Pinus cembra, Schwarzkiefer, Weymouthskiefer -
Pinus strobus, Gelbkiefer, Zirbelkiefer
Japanische Hemlockstanne, Hängende Hemlockstanne - Tsuga
Grüne Duglasie, Douglasien
Libanonzeder - Cedrus libani, Rote Zeder
Persicher Flieder
Chinesisches Rotholz
Zirbelbaum
Goldgelbe chinesischer Wacholder, Virginischer Blaureifwacholder
Christusdorn - Gleditsia triacanthos
Kuchenbaum
Riesenlebensbaum
Rotesche
Schnurbaum
Washingtons Eibe, Gemeine Eibe
Säulen-Sandbirke
Gelbholz
Tulpenbaum
Auswahl der im Park gefundenen außergewöhnlichen Bäume
Seine Heimat ist China. Heute gibt es ihn auf der ganzen Welt, ein "lebendes Fossil", denn alle anderen Arten der Ginkgoales sind ausgestorben.
Um 1730 haben ihn Seefahrer aus Holland aus China mitgebracht, dort verehrt aus Tempelbaum.
Er kann 1000 Jahre alte werden und eine Höhe von über 40 m erreichen. Ginkgos sind resistent gegen Schädlingsbefall und vertragen die Autoabgase in den Städten. Zur Jahrtausendwende war er Baum der Jahres.
Berlin hat mit den anspruchslosen Ginkgos gute Erfahrung gemacht. Der Aktionskünstler Ben Wagin hat rund 50.000 Ginkgos hier gepflanzt und dürfte zur Popularität dieser Bäume entscheidend beigetragen haben.
Was das für ein wundersamer Baum ist, ist bei Wikipedia seitenlang nachzulesen.
Der Baum steht zwischen der Meierei und dem Chinesischen Teehaus an der Brücke über den Parkgraben.
Der Baum ist über 200 Jahre alt. Das Schild sagt es.
Trompetenbäume bilden lange hängende Früchte aus. Bis auf den Samen sind alle Pflanzenteile leicht giftig.
10 Arten gibt es von den Catalpa, in den gemäßigten Zonen von Asien, Nordamerika und Europa.
Vom Dichterhain aus in Richtung Hippodrom gesehen
Parklandschaft in der Nähe des Teehauses
Römische Bäder
Park Teil 2
Die Sumpfzypresse in der Mitte ist der gleich Baum wie auf dem Bild oben. Die Hebstaufnahmen sind vom 01.11.2011.
Auch hier. Der Baum in der Mitte ist der gleiche Baum wie auf dem Bild oben. (2 Bilder mit 70mm quer zusammengesetzt)
Sumpfzypresse
Der linke Ginkgo von der Maulbeerallee aus gesehen im Nordischen Garten am 01.11.2011
Der rechte Baum gleich hinter der Mühle, die dem Alten Fritz die Ruhe raubte
Ginkgo vor den Römischen Bädern
Laub und Stamm des Ginkgo-Baumes im Nordischen Garten
An der Meierei
Aus der Ordnung der Buchengewächse Fagales, der Familie der Walnussgewächse Juglandaceae stehen zwischen dem Dichterhain und dem Hyppodrom Bäume der Gattung der Flügelnüss.
Auch diese Bäume haben ihre ursprüngliche Heimat in China. Ob es sich um die Kaukasische Flügelnuss handelt, ist ungewiss. Verblüffend wo damals die Bäume besorgt werden konnten, wo es Kunde davon von diesen Exoten gab.
Erst so richtig im Winter ist zu erkennen, dass hier einst zwei Bäume äußerst geschickt gepflanzt wurden.
Sie stehen vor dem Rosengarten am Schloss Charlottenhof am Ende der vierreihigen Allee von der Geschwister-Scholl-Straße (wann werden die 1000 Straßen dieses Namens im Osten endlich mal umbenannt - gerade in so einem historischen Gebiet!?)
Die Blutbuche Fagus sylvatica f. pupurea ist ein Baum den jeder meint zu kennen. Es ist eine Varität der Rotbuche, die ihren Namen nicht von roten Blättern, sondern von ihrem rötlichen Holz hat.
Rotbuchen Fagus sylvatica zu bestimmen ist für einen Laien fast unmöglich. Es gibt in 8 Gattungen 900 Arten. 14 % in unseren Wäldern sind von Buchen bestanden.
Weil der Blutbuche ein Enzym fehlt färben sich die Blätter rot. Im Herbst "vergrünen" sie und sie sind dann schwerer zu erkennen. Bekannt sind sie seit dem 15. Jht.
Die Bäume werden bis 200 Jahre alt und erreichen eine Höhe von 30 m.
Die schöne Blutbuche auf den Bildern steht auf der Insel im Maschinenteich vor den Römischen Bädern.
Rotbuchen Fagus sylvatica zu bestimmen ist für einen Laien fast unmöglich. Es gibt in 8 Gattungen 900 Arten. 14 % in unseren Wäldern sind von Buchen bestanden.
Die beiden Ginkgobäume sind um die 150 Jahre alt, Bestimmt wurden sie von Peter Joseph Lenné als Kontrapunkt zu den dunklen Gehölzen des Nordischen Gartens gepflanzt. Sechs Jahre vor seinem Tod 1866 plante er sowohl den Sizilianischen als auch den Nordischen Garten.
In den Jahren 1857 bis 1860 wurden die beiden Gärten nach seinen Plänen rechts und links der Maulbeerallee angelegt, unmittelbar neben Schloss und Mühle. Davor waren hier die friderizianischen Gewächshäuser in denen die Orangenbäume überwinterten.
Blutbuche vor den Römischen Bädern. (Zusammengesetzt aus 2 Aufnahmen mit 85 mm-Tele)
Buchen vor dem Schloss Charlottenhof. Große Bäume brauchen eben Platz....
(Zusammengesetzt aus 3 Aufnahmen mit 70 mm-Tele)
Die Baumgruppe im Ganzen. Nur Lenné hat Laubbäume so gekonnt gepflanzt.