Malediven - Wirbellose

Stamm Stachelhäuter-Echinodermata


Klasse: Seesterne - Asteroidea (Teil 1)


Malediven Seestern Walzenseestern

Galathea-Seestern Nardoa galatheae (Lütken, 1864)

Klasse Seesterne - Asteroidea

Allein von den Seesternen gibt es zwischen 1500 und 2000 Arten. Keine Angst, so viele gibt es auf den Malediven nicht. Die meisten Arten haben fünf Arme und nur wenige haben mehr. Auf der Unterseite der Arme verlaufen sternförmig von der Mitte bis zu den Enden Rillen. Sie werden Ambulakralrinnen genannt. An jeder Seite einer Rille befinden sich viele Saugfüße mit denen der Seestern z. B. die Kraft aufbringt, Muscheln zu öffnen. Dazu schiebt er sich über die Muschel, setzt an beiden Schalen seine Saugfüßchen an und läßt eine gleichmäßige Kraft dauernd wirken. Zwar ist der Schließmuskel der Muschel stärker, aber dieser Dauerwirkung hält er nicht Stand.

Im Zentrum auf der Unterseite sitzt der Magen. Er wird bei größeren Opfern nach außen gestülpt und umfaßt die Beute. Der Seestern verdaut also außerhalb seines Körpers mit Hilfe eines Verdauungssekretes.

Dornenkronen saugen auf diese Weise Korallen ganzer Riffgebiete aus. Die Regenerationsfähigkeit von Seesternen ist erstaunlich. So ist es müßig, einen Dornenkrone zu zerschneiden. Die einzelnen Teile wachsen wieder zu neuen Tieren heran.

Die Fortpflanzung geschied auf zweierlei Art. Seesterne geben normaler Weise Eier und Sperma ins Wasser ab. Mikroskopisch kleine Larven treiben davon. In der nächsten Lebensphase setzen sie sich fest und wachsen zu Seesternen heran. Das alles dauert nur 2 - 3 Wochen. Fortpflanzung erfolgt aber auch durch ungeschlechtliche Teilung.

Systematik: Klasse der Seesterne - Asteroidea

Deutsch
Latein
Englisch
Reich  Hohltiere Radiata Radiata
Stamm Stachelhäuter Echinodermata
Unterstamm Seesterne Eleutherozoa
Klasse Seesterne Asteroidea
Ordnung Klappenseesterne Valvatida
Familie Kissenseesterne Orasteridae
Gattung Choriaster
Art Walzenseestern Choriaster granulatus Lütken, 1869 Granular starfish
Gattung Culita
Art Großer Kissenseestern Culita novaeguinae Müller & Troschel, 1842 Big cushion starfish
Art Stachelkissenseestern Culita schmideliana (Retzius, 1805)
Familie Schlangenseesterne Ophidiasteridae Brittle star
Gattung Fromia
Art Indischer Seestern Fromia indica (Perrier, 1869) Indian sea star
Art Vielpunktseestern Fromia millepora (Lamarck, 1816) Hatch starfish
Gattung Gomophia
Art Ägyptischer Seestern Gomophia egyptiaca Gray, 1840 Egyptian starfish
Art Warzenseestern Gomophia sp.
Gattung Leiaster
Art Rotfleckenseestern Leiaster coriaceus Gray, 1840
Art Roter Seestern Leiaster speciosus Von Martens, 1866 Red starfish
Gattung Linckia
Art Gelber Rundarmseestern Linckia guildingi Gray, 1840 Yellow starfish
Art Blauer Rundarmseestern Linckia laevigata (Linné, 1758) Blue starfish
Art Kometenstern Linckia multiflora (Lamarck, 1816) Comet starfish
Gattung Nardoa
Art Galateaseestern Nardoa galatheae (Lütken, 1864)
Ordnung Stachelsterne Spinolosa
Familie Dornenkronen Acanthastridae
Gattung Acanthaster
Art Dornenkronen Acanthaster planci (Linnaues, 1758)
Familie Nagelseesterne Mithrodiidae
Gattung Mithrodia
Art Nagelseestern Mithrodia clavigigera

Ordnung der Klappenseesterne - Valvatida, Familie der Kissenseesterne - Orasteridae

Walzenseestern - Choriaster granulatus Lütken, 1869

E: Granular star

Malediven Seestern Walzenseestern Choriaster granulatus

Walzenseestern
Choriaster granulatus Lütken, 1869
Durchmesser: 20 cm, Tiefe: 2 m, Angaga, Ari - Atoll, 1996

Der zentrale Körper der Walzenseesterne und die dicke der Arme erscheint gegenüber anderen Seesternen massig. Er wird so um die 20 cm groß. Zufinden ist er überall am Riff. Ihn gezielt zu suchen ist aber schwer. Mal sitzt er an der Seite einer Koralle, oft aber auf dem Boden, auf dem er sich sehr langsam mit seinen vielen kleinen Füßen, den Ambularkralfüßen, vorwärtsbewegt.

Malediven Seestern Walzenseestern

Diese Füße sind mit Saugnäpfen versehen. Schiebt sich der Seestern über eine Muschel, kann er sie mit den erstaunlich kräftigen Saugnäpfen öffnen. Der Schließmuskel der Muschel ist zwar stärker, aber der Seestern kann die geringere Kraft länger aufrecht erhalten, so lange, bis der Muskel der Muschel erlahmt. Er ist ein gefräßiger Räuber, der scheinbar alles frißt.

Diese Art schreckt auch nicht von nesselnden Anemonen zurück, schiebt sich langsam über Aas, knabbert alle Wirbellosen an und wird auch Korallenpolypen wie die Dornenkronen aussaugen. Er stülpt seinen Magen nach außen und legt es um sein Opfer. Verdauungssekrete verdauen die Beute dann außerhalb des Körpers. Der Walzenseestern kann in anderen Gebieten eine unterschiedliche Färbung haben.

Vorkommen: Rotes Meer und Indopazifik.

Großer Kissenseestern - Culcita novaeguineae Müller & Troschel, 1842

E: Big cushion star

Malediven Seestern Kissenseestern

Großer Kissenseestern
Culcita novaeguineae Müller & Troschel, 1842
Durchmesser: 30 cm, Tiefe: 1 m, Angaga, Ari - Atoll, 1996

Diese bis zu 30 cm großen Kugeln sind wirklich Seesterne. Sie leben einzeln auf Sanddböden, in Seegraswiesen, auf Korallenschutt oder auf flachwachsenden Korallen in 1 - 20 m Tiefe. Anfang der achtziger Jahre, als die meisten Riffe noch intakt waren, gab es sie an jeder Insel zuhauf. Sie sind in den beiden Male - und im Ari - Atoll selten geworden.

Das es sich hier um einen gefräßigen Räuber handelt der sich meist über seßhafte Tiere wie Muscheln aber auch über Schnecken und Anemonen hermacht, ist kaum zu vermuten. Kleine Niedere Tiere und auch Korallenpolypen schmecken dem Vielfraß auch.

Vorkommen: Indischer und Pazifischer Ozean.

Malediven_Seesterne_Kissenstern
Malediven_Seesterne_Kissenstern
Malediven_Seesterne_Kissenstern
Malediven_Seesterne_Kissenstern
Malediven_Seesterne_Kissenstern
Malediven_Seesterne_Kissenstern

Stachelkissenseestern - Culcita schmideliana (Retzius, 1805)

E: Big cushion star

Malediven Seestern Walzenseestern

Stachelkissenseestern
Culcita schmideliana (Retzius, 1805)
Durchmesser: 20 cm, Tiefe: 2 m, Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Sieht man zum ersten Mal in seinem Leben eine dieser Kugeln auf dem Grund liegen, ist auf Anhieb nicht zu erraten, was es ist. Erst beim genauen Hinsehen sind fünf Kanten zu entdecken und beim Umdrehen ist er an den fünf Armrinnen auf der Unterseite als Seestern zu erkennen.

Seine Oberfläche ist mit kleinen aber ungefährlichen Stacheln besetzt, die rubinrot gefärbt auf der gesamten Oberfläche verteilt sind. Er ist vollgesogen mit Wasser. Übt man auf seine Oberfläche leichten Druck aus, gibt diese nur ganz langsam nach. Die bis zu 20 cm Durchmesser heranwachsenden kugelförmigen Seesterne sind hübsch gefärbt.

Auch er lebt wie der Große Kissenseestern auf möglichst ebenen Grund. Die Seesterne dieser Familie sind getrenntgeschlechlich und geben Eier und Sperma ins Wasser ab - einen Arm zur vegitativen Fortpflanzung wie andere Arten können sie ja nicht opfern. Diese Art ist ein gefäßiger Räuber der sich sogar über andere Seesterne und Seeigel her macht. Er fängt alles an kleinen Tieren was noch langsamer ist. Vorwiegend aber festsitzende Niedere Tiere wie Röhrenwürmer, Muscheln, Anemonen - sie dürfen nur nicht zu stark nesseln.

Dreht man so eine Kugel (unbedingt wieder in die Ausgangslage bringen!) um, ist oft eine kleine rote Garnele der Art Periclimenes soror zu finden (siehe Bild unten). Sie findet Schutz unter dem Seestern und vielleicht lebt sie auch von seiner Nahrung.

Wie in manchen Seegurken lebt auch in den Kissenseesternen ein Eingeweidefisch Carapus mouriani. Jungfische dieser Art leben von seinen Gonaden (Geschlechtsdrüsen). Die Erwachsenen nutzen ihn als lebende Wohnhöle und verlassen ihn nur nachts zur Nahrungssuche ohne ihn zu schaden.

Vorkommen: Indischer Ozean bis Australien.

Malediven_Seesterne_Kissenstern
Malediven Seestern Walzenseestern
Stachelkissenseestern mit Garnele (Bildmitte)
Culcita schmideliana (Retzius, 1805)
Durchmesser: 20 cm, Tiefe: 2 m, Kuramathi, Rasdoo - Atoll, 1986

Indischer Seestern - Fromia indica (Perrier, 1869)

E: Indian sea star

Malediven Seestern Walzenseestern
Indischer Seestern
Fromia indica (Perrier, 1869)
Durchmesser: 6 cm, Tiefe: 2 m, Angaga, Ari - Atoll, 1996

Dieser feuerrot durch das Riff leuchtende Seestern ist auf den Malediven gar nicht so selten und auch an seinen schwarzen Spitzen gut zu erkennen. Auf seinen Armen zeichnen feine schwarze Linien ein netzähnliches Muster, das ihm ein fastschuppenartiges Aussehen verleiht. Das auffallende Rot des bis zu 8 cm großen Seesternes zeichnet sich auch in der Nacht im Licht der Taschenlampe gut vom meist grauen Untergrund ab. Er scheint nachtaktiv zu sein. Am Tage unternimmt er aber keine großen Anstrengungen, sich zu verstecken. Er bleibt einfach dort reglos liegen, wo ihn das Sonnenlicht traf.

Malediven_Seesterne_Kissenstern

Man findet ihn am Fuße von Korallen auf festem Untergrund. Wovon sie leben, ist nicht bekannt, obwohl man meinen sollte, seine Farbe und seine geringe Größe prädestiniert ihn für Meeresaquarianer.

Versuche, ihn zu im Aquarium zu halten, sind alle fehlgeschlagen. Er ist zu empfindlich für die Aquarienhaltung.

Vorkommen: Indischer und Pazifischer Ozean.

Vielpunktseestern - Fromia milleporella (Lamarck, 1816)

E: star

Malediven Seestern Walzenseestern
Vielpunktseestern
Fromia milleporella (Lamarck, 1816)
Durchmesser: 6 cm, Tiefe: 1 m, Angaga, Ari - Atoll, 1996

D

Malediven_Seesterne_Kissenstern

Ägypterseestern - Gomophia egyptiaca Gray, 1840

E: Egyptian starfish

Malediven Seestern Walzenseestern

Ägypterseestern
Gomophia egyptiaca Gray, 1840
Durchmesser: 10 cm, Tiefe: 1 m, Angaga, Ari - Atoll, 1996

Dieser Seestern hat die runden, spitz auslaufenden Arme und die dornenähnliche Spitzen wie der Ägpterseetern aber nicht dessen rotbraune Farbe. Die kegelförmigen kleinen Dornen sind auch nicht ganz so regelmäßig an den Armen verteilt, wie auf Abbildungen von Ägypterseesternen.

Federsterne

Seesterne Fortsetzung