Baustelle: Stand: 03.2010

Malediven - Korallen

Sechsstrahlige Korallen - Hexacorallia


Ordnung Steinkorallen - Scleracinia


Malediven Steinkorallen Hirnkoralle

Steinkorallen: Nahaufnahme einer Hirnkoralle Platygyra daedalea aus der Familie Faviidae

Ordnung Steinkorallen - Sclerracinia

Steinkorallen sind harte, meist fest auf dem Boden angewachsene Korallen, die es in vielen Formen gibt. Die markantesten sind die oft metergoßen Kugeln. Es gibt aber auch plattenförmige, geweihähnliche oder säulenförmige Steinkorallen und welche, die wie Becher oder wie kleine Bäumchen gewachsen sind.

Die Farben sind bräunlich oder gelblich aber auch rot und violett. Die Größe der einzelnen Korallenpolypen schwankt zwischen 1 mm und bis zu 40 cm. Ungefähr 2500 verschiedene Arten in allen tropischen Meeren sind bekannt. Das Wasser muß ganzjährig mindestens eine Temperatur von 18º bis 20º C haben und darf, wie El Niño 1997/1998 schmerzlich der Welt zeigte, nur kurzfristig die 30 Gradmarke übersteigen. Sie leben in Symbiose mit Zooxanthellen zusammen und die sind auf das Sonnenlicht angewiesen. Deswegen trifft man sie nicht tiefer als in 50 m an.

Steinkorallen sind riffbildende Korallen. Unzählige Einzelpolypen bilden die Kolonien. Am Tage sind die Polypen meist eingezogen, sicher vor Freßfeinden wie Papagei- und Falterfische. Nachts kommen die sechs ungefiederten Tentakel heraus und fangen Plankton, das in die kleine, längliche Mundöffnung im Zentrum der Polypen verschwindet.

Malediven Steinkorallen Hirnkoralle

Das Korallen irgendwie Kalk produzieren, weiß ein Jeder. Aber welch komplizierter Prozeß da abläuft und welcher Tricks sich die Korallen bedienen, um so große Riffe wie das Great Barreiere Reef oder die Malediven aufbauen zu können, sei hier beschrieben. Im Meerwasser ist Kalk (Kalziumkarbonat) in Form von gelöstem Kalzium überreichlich vorhanden. An der Luft ist die chemische Umwandlung von Kalk zu Kalkstein, dem Baumaterial der Korallen, recht einfach. Kalk nimmt Kohlendioxid (CO2) auf. Unter Wasser ist es komplizierter. Vor allem muß es schnell gehen, damit die Zerstörung durch viele Umwelteinflüsse nicht schneller als der Aufbau stattfindet.

Die Polypen bedienen sich da eines Tricks, der ihre Leistung um den Faktor 10 steigert: Sie leben in Symbiose mit kleinen Algen, den Zooxanthellen. Diese Algen leben in den Geweben der Korallen und können mit Hilfe der Photosynthese organische Verbindungen aufbauen. Sie benötigen für diesen Prozeß den Kohlendioxid, den der Organismus der Polypen produziert, was wiederum das Ausscheiden von Aragonitkristallen beschleunigt, dem eigentlichen Baustoff für das Kalkskelett der Korallen.

Je mehr Licht den Korallen und ihren Algen zur Verfügung steht, um so größer ist das Wachstum. Kurioserweise ist das in besonders nährstoffarmen Gewässern der Fall. Dort wird das Licht für die so dringend benötigte Photosynthese nicht durch Plankton und andere Schwebestoffe behindert.

Arme Maledivenreisende! So eine intakte Rifflandschaft wird es wie hier auf dem Foto von 1990 an der Insel Dhigufinolhu nie wieder geben.

Trotzdem sind die jährlichen Wachstumsraten oft nur in Millimetern, allenfalls in Zentimetern zu rechen. Vielleicht sollte man mal daran denken, wenn man wieder einmal mit den Schwimmflossen Korallen zu nahe kommt. Liegt irgendetwas im Wasser, ein Stück Treibholz, ein Bootsrumpf, der Pfosten des Anlegestegs, ist es im Nu mit allerlei Mikroorganismen, Muscheln und Algen überzogen. Alle Korallen verhindern das durch eine Schleimschicht. Die mikroskopisch feinen Wimpern der Korallenpolypen prüfen alles, was sich darauf niederläßt. Alles, was Nahrung ist, Bakterien z. B. oder Larven, die sich ansiedeln wollen, wandern nach Innen, dienen als Nahrung. Sand und andere unverdauliche Stoffe werden nach außen befördert.

Auf diese Weise reinigen sich Korallen selbst. Die Schleimschicht ist also gleichzeitig eine weitere Quelle zur Nahrungsaufnahme und Schutz vor Verschmutzung und dem sicheren Absterben. Aber das ist noch nicht alles. Wenn Korallen bei extremer Ebbe trockenfallen, halten sie es dank der schützenden Schleimschicht 1-2 Stunden in der heißen tropischen Sonne aus. Nur regnen darf es in dieser Zeit nicht. Sie sterben dann in kürzester Zeit ab. Korallen sind eben nur in Salzwasser lebensfähig. So gibt es an keiner Flußmündung der Erde Korallen. Nicht einmal das Brackwasser dort verhindert das in erster Linie, sondern der ärgste Feind der Korallen, die ungeheuren Mengen an Sedimenten, die tropische Flüsse ins Meer wälzen.

Steinkorallen - Sclerracina

Deutsch
Latein
Englisch

Reich 

Hohltiere Radiata

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Stamm Nesseltiere Cnidaria
Klasse Blumentiere Anthozoa
Unterklasse Sechsstrahlige Korallen Hexacorallia
Ordnung Steinkorallen

Slceracinia

Hard corals
Fam. Ab hier in Arbeit

Ab hier in Arbeit

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Gat.

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Art

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Malediven Steinkoralle

Tiefe: zwischen 1 und 2 m                                    Angaga, Ari - Atoll, 1996

Malediven Steinkoralle

Tiefe: zwischen 1 und 5 m                               Embudu, Süd - Male - Atoll, 2003

Beurteilungskriterien über den Zustand eines Riffes

Unabhängig von der Tageszeit und den Wetter-, Stömungs- und Sichtverhältnissen kann hier als erstes der Zustand des Riffes nach dem Besatzt mit Korallen oder anderen Invertebraten und der Fischreichtum nach Anzahl der Induvidien und Arten nach einfachen Kriterien festgehalten werden: Sehr artenarm, arm, durchschnittlich, gut, sehr gut und exellent.

Dann stellte sich als nächstes die Frage, welche Lebensform domenierte das Riff nach ebenfalles einfachen Gesichtspunkten: Steinkorallen, Weichkorallen, Algen, Krustenalgen, Sand oder abgestorbene Korallentümmer, Schwämme. Überwogen wie fast immer die riffbildenden Steinkorallen, konnte als nächstes eine Unterscheidung nach Acropora- oder Nichtacroporaarten getroffen werden und dann nach den oben angegebenen Wuchsformen eine weitere Aufsplitterung vorgenommen werden.

Nahm man nun noch den Besatzt mit der Riesenmördermuschel Tridacna gigas etwa nach einem Schema 0=keine, 1. 1 - 10, 2. 11 - 25, 3. 25 - 50 und 4. > 50 hinzu, konnte man sich an jedem Riffreport beteiligen. Zusätzlich noch einmal des Nachts mit der Lampe den Reichtum an Krebse und Federsternen auf dem selben Riffabschnitt abgeleutet und man wußte: Solch schönes Riff konnte es nur auf den Malediven geben! Das galt bis Ende der Achziger Jahre an den Haupttouristeninseln. Dann starben dort die Riffe durch Abwasserprobleme ab. Es wurden aber immer neue Inseln aufgemacht, deren Riffe wunderschön waren aber noch schneller abstarben.

Jetzt im Februar 2000 ist nicht einmal mehr 1 Pormille des urspünglichen Bewuchses übriggeblieben und es wird immer schlechter statt besser. Die Inseln werden nun immer gnadenloser mit zweistöckigen Häusern (z.B. Ellaidhoo, Fußballplatz bebaut. Die Tauchschule mußte ebenfalls Platz machen und auf die unbewohnte Insel umsiedeln) und mit riesigen Swimmingpools überzogen. Jede Hütte bekommt stromfressende Airconditions und Warmwasser anstelle eines herrlich altmodischen und sicheren Moskitonetzes (z. B. Kuredu). Ob das Wetterphämomen El Niño 1998 nun das einzige mal in den letzten 500.000 Jahren zugeschlagen hat oder nicht: Die Riffe haben zu unseren Lebenszeiten keine Change sich wieder vollständig zu erholen.

Anemonen

Geweihkorallen

Steinkorallen in Ufernähe vor dem El Niño als die Welt noch in Ordnung war

"Korallengarten" heute