Handbuch der Malediven
Seite 81
Fische der Malediven
Ordnung der Barschartigen - Perciformes
Familie Doktorfische - Acanthuridae
Teil 1
Familie: Doktorfische - Acanthuridae
Größe: 40 cm, Tiefe: 2 m Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1991
Gahhms Doktorfisch Acanthurus gahhm (Forsskål, 1775)
E: Black surgeonfish , F: Chirurgien, J: Kuromontsuki, D: Kaalhu
In den Jahren vor dem Touristenboom war dieser dunkle Doktorfisch in keinem Buch abgebildet oder beschrieben. Der Grund? Diese Art lebt in den Arabischen Meeren und wer machte schon vor 1980 dort Urlaub? Zu dieser Zeit waren sie an den Malediven häufig und auch nach dem Korallensterben gibt es sie immer noch wie das Bild vom Januar 2008 am total zerstörten Riff von Embudu unten zeigt.
Der Grahhms oder Mönchs-Doktorfisch ist als Allesfresser nicht auf Korallen angewiesen. Algen und Detrius gibt es nun ja mehr als genug, Plankton auch. Bei kleinen Wirbellosen wird er sich zurück halten müssen; die sind selten geworden.
Er ähnelt dem kleineren A. nigricauda. Der aber hat eine schwarze Linie vor dem Skalpell, dem Schwanzdorn und ist oben drein bräunlicher gefärbt.
Vorkommen: Persischer Golf, Arabisches Meer, Rotes Meer, Malediven.
E: Elongate surgeon, F: Chirugien èlègant, J: Hiraniza, D: Kaalhu
Schwarzdorn - Doktorfisch Acanthurus mata Cuvier, 1829
Pfeilgrundeln
Doktorfische Teil 2
Doktorfische Acanthuridae
Weltweit in allen tropischen Meeren leben die leicht an den Skalpellen auf dem Schwanzstil (Unterfamilie Skalpelldoktorfische Acanthurinae) oder an ihren langen Nasen (Unterfamilie Nasendoktorfische Nasinae) zu erkennenden Doktorfische.
Weltweit sind derzeit 81 Arten bekannt. Die ersteren haben ihren Namen von den stilettartigen, vorklappbaren, aus einer Schuppe entwickelten Platte an jeder Seite des Schwanzstiels.
Diese Platten sind scharf wie eine Rasierklinge und dienen als wirksame Verteidigungswaffe, mit denen sie anderen Fischen oder unvorsichtigen Anglern beim wilden Schlagen mit dem Schwanz tiefe Wunden beibringen können. Werden die Skalpelle weder zur Verteidigung noch zum Imponieren gebraucht, liegen sie in einer Hautspalte verborgen. Zur Warnung für seine Feinde ist die Stelle farblich oft sehr kontrastreich hervorgehoben.
Die Doktorfische haben seitlich abgeflachte, scheibenförmige Körper. Sie sind recht schnelle und geschickte Schwimmer, obwohl sie sich nur durch das Schlagen der Brustflossen vorwärts bewegen und den Schwanz nur zum Steuern benutzen. Mit ihren scharfen Zähnen ernähren sich einige Arten von Algen, andere schnappen nach Plankton oder jagen und kleinem Getier nach.
Um die schwer verdaulichen Algen überhaupt als Nahrungsquelle nutzen zu können, haben Doktorfische oft verstärkte Magenwände und besonders lange Därme.
In alten deutschen Büchern werden sie auch Seebader- oder Chirurgenfische genannt. Bader waren ja unsere Friseure im Mittelalter, die das bisschen Chirurgie und Zähneziehen gleich mitmachten...
Größe: 50 cm, Tiefe: 2 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995
Wellenförmige Linien auf dem ganzen Körper, gelbe Zonen um die Augen und das kleine Maul ebenfalls gelb eingefaßt, kennzeichnen diesen selteneren aber schönen Doktor.
Sein bestes Unterscheidungsmerkmal zu den ähnlichen Arten A. dussumieri und A. xanthopterus sind die gelben Bänder an den Augen: zwei parallel verlaufende sind es vor den Augen die sich hinter den Augen zu einem zusammenfinden.
Diese Art liebt strömungsreiche Riffgebiete, denn sie leben fast nur von Zooplankton, das er in Tiefen bis hinab auf 45 m fängt. Damit bildet er eine Ausnahme unter den Artgenossen dieser Gattung, die ja meistens vom Abschaben der Algen leben.
Die A. mata erreichen eine maximale Länge von 50 cm. Wie bei den meisten Doktorfischen gibt es bei dieser Art auch keine äußerlichen Unterschiede bei den Geschlechtern. Der Farbunterschied der Fische auf den beiden Bildern dieser Seite ist gewaltig. Unten ist die normale Färbung zu sehen, oben vielleicht eine Drohgebärde weil der Fotograf ihm so nahe gekommen ist, er oder sie auf Partnersuche sind oder ein Rivale die Revierhoheit in Frage stellt.
Vorkommen: Südliches Rotes Meer und gesamter Indopazifik, im Norden bis Japan.
Größe: 50 cm, Tiefe: 2 m Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988
Streifendoktorfisch Acanthurus lineatus (Linnaeus, 1788), adult oben und juvenil unten
Der Skalpell eines Weißdorn-Segelflossendoktors Zebrasoma scopas (Cuvier, 1829) von hinten gesehen.
E: Lined surgeonfish, F: Chirugien zèbre, J: Nizi hagi, D: Fashui libaas
Ein schwefelgelber Untergrund mit 9 - 10 blauen, dunkelgerahmten Längslinien in den oberen 2/3 des Körpers und ein blauweißer Bauch lassen diesen Doktorfisch, der überall zu sehen ist, unverwechselbar erscheinen. Da er nicht scheu ist, läßt er sich gut beim Abschaben von Algen oder beim Schnappen nach Zooplankton beobachten. In 1 - 15 m Tiefe verteidigt der so um die 30 cm groß werdende und einzeln lebende Fisch sehr aggressiv sein Territorium, wenn es sein muss sogar mit seinen stilettartigen, aufklappbaren Knochenfortsätzen am Schwanzstiel. In der Laichzeit verlassen die Streifendoktorfische ihre Reviere.
Kurz nach Sonnenaufgang nach Neumondnächten schwimmen sie vor steilen Riffkanten gemeinsam in kleinen Gruppen auf spiralförmigen Bahnen zu Oberfläche und lassen Spermien und Eier zur gleichen Zeit ab, die dann davon treiben. Geschlechtsunterschiede sind äußerlich nicht zu erkennen. Die Männchen werden allerdings etwas größer. Mit etwas Geduld ist sein Revier gut auszumachen. Vermutet wird, dass es durch optische Merkmale begrenzt ist. Zwischen diesen Grenzen schwimmt diese Art immer auf den selben „Wegen“ hin und her, schabt hier Algen ab, vertreibt dort gleich große oder größere Fische, egal ob es sich um andere Doktorfische handelt oder nicht.
Speziell Falter- und Kaninchenfische werden als Nahrungskonkurenten angegriffen. Die Grenze zu den Nachbarrevieren seiner Art wird stets im Auge behalten und wehe, der Nachtbar kommt herüber! Beide erregen sich sichtlich. Der schwarze Teil des Schwanzes wird weiß, sie tasten sich beim Parallelschwimmen ab, ist keiner von der Größe des anderen sonderlich beeindruckt, geht der Kampf erst richtig los: sie schwimmen rasend schnell im Kreis und es sieht aus, als wolle jeder dem anderen in den Schwanz beißen. Dieses auffällige Verhalten ist ziemlich oft am Riff zu beobachten.
Vorkommen: Tropischer Indopazifik.
E: Elongate surgeonfish , F: Chirurgien èlègant, J: Hiraniza, D: Kaalhu
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994
Größe: 35 cm, Tiefe: 2 m Eriyadu, Nord-Male-Atoll, 1989
Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995
Größe: 70 cm, Tiefe: 4 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993
Größe: 30 cm, Tiefe: ca.15 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989
Abgebildet ist eine Schule Weißkehl-Doktorfisch Acanthurus leucosternon Bennett, 1833. Viele Arten der Doktorfische schließen sich wie andere Algenfresser zu Schulen zusammen und fallen dann über die Korallen her. Kämen sie paarweise oder einzeln daher, würden sie von den dort wohnenden Riffbarschen vertrieben werden die ihrerseits von den Algen leben.
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Deutsch |
Latein |
Englisch |
Französisch |
Japanisch |
Dhiveli |
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Fam. |
Doktor- und Einhornfische |
Acanthuridae |
Suregonfishes, tangs, unicorns |
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Ufam |
Skalpelldoktorfische |
Acanthurinae |
Acanthurinae |
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Gat. |
Acanthurus |
Acanthurus |
Acanthurus |
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Art |
Acanthurus dussumieri |
Eyestripe surgeonfish |
Chirurgien couronné |
Nise-kanranhagi |
Kaalhu |
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Art |
Acanthurus gahhm |
Black surgeonfish |
Chirurgien |
Kuromontsuki |
Kaalhu |
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Art |
Acanthurus leucosternon |
Powderblue surgeonfish |
Chirurgien poudré |
Ao-hagi |
Noo libaas |
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Art |
Acanthurus lineatus |
Lined surgeonfish |
Chirurgien zèbre |
Nizi hagi |
Fashuli libaas |
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Art |
Acanthurus mata |
Elongate surgeonfish |
Chirurgien èlègant |
Hiraniza |
Kaalhu |
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Art |
Acanthurus nigricauda |
Epaulette surgeonfish |
Chirurgien à queue blanche |
? |
Kaalhu |
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Art |
Acanthurus nigrofuscus |
Brown surgeonfish |
Chirurgien brun |
Naganiza |
Kaalhu |
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Art |
Acanthurus tennenti |
Doubleband surgeonfish |
Chirurgien fer à cheval |
? |
Kaalhu |
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Art |
Acanthurus triostegus |
Convict surgeonfish |
Chirurgien bagnard |
Shimahagi |
Raahullaa |
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Art |
Acanthurus xanthopterus |
Yellowfin surgeonfish |
Chirurgien aile jaune |
Kurohagi |
Kaalhu |
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Gat. |
Borstenzahn-Doktorfische |
Ctenochaetus |
Ctenochaetus |
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Art |
Ctenochaetus binotatus |
Twospot surgeonfish |
Chirurgien |
Kokuten-sazanamihagi |
Kaalhu |
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Art |
Ctenochaetus striatus |
Striated surgeonfish |
Chirurgien |
. |
Kaalhu |
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Art |
Ctenochaetus strigosus |
Spotted surgeonfish |
Chirurgien |
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Kaalhu |
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Gat. |
Palettendocktorfische |
Paracanthurus |
Paracanthurus |
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Art |
Paracanthurus hepatus |
Palette surgeonfish |
Chirurgien bleu |
Nanyôhagi |
Kaalhu |
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Gat. |
Segelflossen-Doktorfische |
Zebrasoma |
Zebrasoma |
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Art |
Zebrasoma desjardinii |
Sailfin tang |
Chirurgien |
. |
Kaalhu |
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Art |
Zebrasoma scopas |
Twotone tang |
Chirurgien |
. |
Kaalhu |
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Art |
Zebrasoma veliferum |
Sailfin tang |
Chirurgien à voile |
IHirenagahagi |
Kaalhu |
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Gat. |
Nasendoktorfische |
Nasinae |
Nasinae |
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Gat. |
Naso |
Nasio |
Naso |
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Art |
Naso annulatus |
Whitemargin unicornfish |
Nason |
Hime-tenguhagi |
Ran geri |
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Art |
Naso brachycentron |
Humpback unicornfish |
Nason bossu |
Oni-tenguhagi |
Ran geri |
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Art |
Naso brevirostris |
Spotted unicornfish |
Nason pointillé |
Tsumari-tenguhagi |
Ran geri |
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Art |
Naso hexacantus |
Sleek unicornfish |
Nason lisse |
Tenguhagi-modoki |
Ran geri |
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Art |
Naso lituratus |
Orangespine unicornfish |
Nason à éperons oranges |
Miyako-tenguhagi |
Ran geri |
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Art |
Naso unicornis |
Bluespine unicornfish |
Nason à éperons bleus |
Tenguhagi |
Ran geri |
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Art |
Naso vlamigii |
Bignose unicornfish |
Nason à gros nez |
Sazanami-tosakahagi |
Vaalan mas |
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
E: Powderblue surgeonfish, F: Chirugien poudrè, J: Ao-hagi, D: Noo libaas
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Weißkehl-Doktorfisch Acanthurus leucosternon Bennett, 1833
Dieser Doktorfisch sticht durch seine schöne, kräftigblaue Körperfarbe und der gelben Rückenflosse sofort ins Auge. Der Kopf ist schwarz, die Brust und die Kehle weiß. Dass er ausgerechnet nach diesem kleinen Fleck seinen deutschen Namen bekommt, ist eigentlich unverständlich. Die Engländer nennen ihn denn auch „Puderblauer Doktor“, was naheliegender ist. Seine Waffe, der messerscharfe Stachel beiderseits des Schwanzansatzes ist, wie zur Warnung, gelb eingefaßt. Diese Doktorfische sind auch heute noch auf jeder Urlaubsinsel zu finden. Sie werden 23 cm groß und beanspruchen einen Lebensraum von der Wasseroberfläche bis hinunter auf 30 m.
Sie schwimmen zu bestimmten Zeiten in Schulverbänden zusammen. Häufiger trifft man sie jedoch einzeln an. Jeder Fisch beansprucht ein eigenes Revier am Riff, dass er recht aggressiv gegen Artgenossen verteidigt. Als Nahrung benötigt er ausschließlich pflanzliche Kost.
Fehlen die gut bewachsenen Abschitte am Riff, die er als Revier beanspruchen kann, sammeln sich die Weißkehl-Doktorfische und fallen zusammen in Riffteile ein, in denen sie einzeln, z. B. von Riffbarschen, vertrieben worden wären. Die Weißkehl-Doktor sind, wie gesagt, ziemlich aggressiv. Artgenossen verdrängen sie aus ihrem Revier. Sie schwimmen wie wild im engen Kreisen umeinander und sorgen für Wirbel am Riff. Normalerweise sind sie hellblau und der Kopf ist schwarzgrau gefärbt. Wenn sie richtig wütend sind, wird ihr Kopf tiefschwarz und der Körper leuchtet in schönem kräftigen blau. Erscheinen aber helle Querstreifen auf seinem Körper, ist er in absoluter Angriffsstimmung.
Vorkommen: Nur im Indischen Ozean von der ostafrikanischen Küste bis Indonesien.
Wie beide Bilder zeigen, kann diese Art ebenfalls je nach Stimmung die Körperfärbung ziemlich kräftig ändern. Wie oben zu sehen ist, bedeutet die helle Färbung ein Signal für den Putzer. Vielleicht kann dieser Parasiten auf dem hellen Untergrund besser ausfindig machen. Aber warum der Fisch über dem hellen Sandboden dunkel ist, ist schon schwerer zu deuten. Ob er droht? Balz kann es nicht sein, denn es war überhaupt kein anderer Fisch in der Nähe. Mich hat sowieso gewundert, was er dort kurz vor dem Ufer auf der Sandfläche macht.
Normalerweise lebt er von Zooplankton und von Algen und beides gab es hier im weiten Umkreis nicht. Sie sind nahe mit dem A. grahhm verwandt, der aber größer wird und wohl mehr in den arabischen Gewässern lebt obwohl er früher auf Kuramathi auch zu sehen war.
Diese Art hier wird aber mit 30 cm nur halb so groß und ist sehr selten. Im Ari- und in den beiden Male-Atolls nicht zu sehen, dabei ist er mit den beiden Streifen auf jeder Seite an den Augen doch recht auffällig. Zwischen den Geschlechtern gibt es auch bei dieser Art keine unterschiede. Ausgewachsene Männchen bilden einen Buckel auf der Stirn aus. Diese Doktorfische leben gerne in kleinen Schulen zusammen, junge Fisch bevorzugen flache Lagunen und an felsigen Küsten sogar in Gezeitentümpeln.
Vorkommen: Indopazifik, von Ostafrika bis Japan, von Australien bis Hawaii, nicht aber im Roten Meer.
Eupaletten-Doktorfisch Acanthurus nigricauda Duncker & Mohr, 1929
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
E: Brown surgeonfish , F: Chirurgien brun, J: Naganiza, D:Kaalhu
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1987
Brauner Doktorfisch Acanthurus nigrofuscus (Forsskål, 1775)
Fast ausschließlich in kleinen Gruppen ist diese mit 20 cm recht kleine Art am Riff oder in den Lagunen anzutreffen. Allerdings nicht an jeder Insel. Sie leben vom Abweiden der das Riff überwuchernden fadenförmigen Algen. Um nicht von den anderen Fischen in den besten Fressgründen vertrieben zu werden, schließen sich die doch sehr kleinen und nicht sehr wehrhaften Doktorfische mit anderen Arten, z. B. mit den A. triostegus, zu großen Fressgemeinschaften zusammen und fallen über ganze Riffabschnitte ein, so dass das Wasser dort von den vielen Ausscheidungen ganz trübe wird.
Sie sind auf fadenformige Algenarten spezialisiert. Sie sind durch die blassen orangefarbenen runden Punkte im gesamten Kopfbereich gut zu erkennen.
Vorkommen:Vom Roten Meer über den gesamten Indopazifik bis Japan im Norden und bis Hawaii
Weltweit: 81 Arten, hier beschrieben: 24 Arten mit 93 Fotos, im Archiv: 382 Fotos
Die 40 Arten der Gattung Acanthurus haben alle festsitzende, kleine Zähne mit denen sie die Algen abraspeln. Nur zwei Arten ernähren sich nur von Plankton: Acanthurus thompsoni, der hier nicht gefunden wurde und Acanthurus xanthopterus.
Ihre nahen Verwandten in der Gattung Ctenochaetus haben dagegen bewegliche Zahnreihen.
E: Eyestripe surgeonfish , F: Chirurgien couronné, J: Nise-kanranhagi , D: Kaalhu
Größe: 50 cm, Tiefe: 8 m Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988
Der hier seltene Einzelgänger bevorzugt Tiefen unterhalb von 10 m bis hinab auf 130 m. kein Wunder, dass er selten an der Riffkante zu sehen ist. Er frisst den feinen Film der sich auf Sand bildet, und, wenn es heutzutage kein Dreck ist, aus Braun- und Grünalgen, Diatomeen und Dertius besteht. Algen auf hartem Untergrund wie seine Artgenossen mag er nicht.
Gleich sehen A. blochi, A. mata und A. xanthopterus aus. Ihnen fehlt der gelbe Streifen durch das Auge.
Vorkommen: Im gesamten Indopazifik, Japan, Australien bis zum südlichen Teil des Barriere Riffes, Hawaii.
Weißdorn-Doktorfisch Acanthurus dussumieri Valenciennes, 1835
Größe: 50 cm, Tiefe: 2 m Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1988
Vampierfisch?
Nein, nein, dass ist nur eine weiße Zeichnung rechts und links neben dem Maul. Fische von vorne sehen eben lustig aus...
Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994
Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995
Jeder der wohl schönsten Art der Skalpelldoktorfische hat, so scheint es, wohl eine andere Zeichnung. Wollen die Einzelgänger sich daran erkennen? Warum mag der Fisch rechts unten an ungewöhnlicher den Kreis ausgebildet haben?
Nachts legen die Streifendoktorfische sich einfach auf den Grund (Bild unten links). Ihre hellen Farben in der Zeichnung verblassen deutlich und sind hier nur durch den Blitz noch zu erkennen.
Größe: 20 cm, Tiefe: ca. 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1990
Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994
Seit 1995 ist der Schwarzdorn-Doktorfisch Acanthurus mata an keiner der bis 2008 besuchten Inseln mehr vor die Linse. Sie sind verschwunden, wohl wissend dass der Fisch nicht am Riff sondern im freien Wasser zu suchen ist...
Kreisdorn-Doktorfisch Acanthurus tennentii Günther, 1861
E: Doubleband surgeonfish , F: Chirurgien fer à cheval, J: Hagebudai, D:Kaalhu
Größe: 60 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997
Über Sand und Korallenschutt ist diese seltene, auffällig gezeichnete Art mit dem „kleinen“ Verbreitungsgebiet westlicher Indischer Ozean zu finden. Zu sehen war er, wie er von den kleinen Korallenbrocken in Ufernähe die Algen und anderen Aufwuchs abzupfte. Außerdem schnappt diese Art auch nach Plankton. Ausgewachsen mit ungefähr 45 cm ist er bis in 25 m Tiefe am Riff zu finden.
Auf ca. 30.000 Unterwasserbildern in 26 Jahren in den Gewässern der Malediven ist er nur auf einem einzigen Bild abgelichtet!
Vorkommen: Von der ostafrikanischen Küste bis zu den Malediven und nach Sri Lanka.
Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988
Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1990
Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995
Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m Meedhufushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999