Handbuch der Malediven
Seite 69
Fische der Malediven
Ordnung der Barschartigen - Perciformes
Familie Lippfische - Labridae
Teil 1
Lippfische Labridae
Die Familie der Lippfische Labridae ist innerhalb der großen Ordnung der Barschartigen Perciformes nach den Gobiidae, den Grundeln, die Zweitgrößte.
Kaum ein Autor getraut sich, für die Anzahl der Gattung und Arten Zahlen zu nennen. Das hat mehrere Gründe. Zum Einen gehören zu dieser riesigen Familie, die in der Tat nach den vorstülpbaren dicken Lippen benannt ist, so unterschiedliche Individuen wie der nur 45 mm groß werdende Minilabrus striatus Randall & Dor, 1980 aus dem Roten Meer und der dicke, bis zu 2 m lange Napoleonfisch Cheilinus undulatus Rüppell, 1835.
Zum Anderen sind die Fische auch wirklich schwer zu identifizieren, da häufig Männchen und Weibchen so unterschiedlich aussehen, dass sie lange Zeit über als verschiedene Arten angesehen wurden.
Auch wandeln sich Weibchen oft mit zunehmendem Alter in männliche Tiere um (Geschlechtsdimorphismus) - was wieder ein anderes Farbkleid ergibt. Natürlich haben, um die Unordnung komplett zu machen, die Jungtiere ebenfalls eine andere, oft prächtig bunte Färbung.
Klar, dass deswegen die Lippfische ursprünglich bei Farb- und Formenabweichungen als eigene Arten beschrieben wurden. Erst in jüngster Zeit bringen die Aquaristik und verbesserte Freilandbeobachtungen etwas Ordnung in die Systematik der Lippfische. Die Zahl der Arten ist auf diese Weise schon von über 600 auf rund 200 in 71 Gattungen zurückgestuft worden.
Die Familie Labridae wird bisher in 5 Unterfamilien aufgeteilt:
Bodianinae - Schweinslippfische,
Cheilinae - Prachtlippfische,
Corinae - Junkerlippfische und
Labrichthyinae - Putzerlippfische
Pseudodacinae - Meißelzahn-Lippfische,
Wie polygenetische Untersuchungen 2005 ergeben haben ist diese Darstellung allerdings veraltet.
Da aber auch diese neue Taxa ist nach wie vor umstritten. In den meisten Büchern werden die Gattungen der Familie Labridae (z. B. Nr. 220 nach Smith´s Sea Fishes) einfach in alphabetischer Reihenfolge der lateinischen Namen dargestellt. So umgeht man diese Problematik einfach.
Trotzdem haben diese neuen Untersuchungen überraschendes festgestellt Bisher wurde die Papageifische, die Scaridae, als eigene Familie geführt. Nach dem neusten Kladogramm gehören sie aber wahrscheinlich als Schwestertaxon der Prachtlippfische (Cheilinini) zu den Lippfischen. Siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Labridae
Größe: 8 cm, Tiefe: 2 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Putzerlippfische Labroides dimidiatus bei der Arbeit an einem Papageifisch Scarus sp.
Größe: ca.12 cm, Tiefe: 2 m Angaga, Ari-Atoll, 1996
Kopf eines Thalassoma hardwicki, Regenbogenjunker
Lippfische sind tagaktive, lang gestreckte Fische die den Barschen ähnlich sehen. Allerdings schwimmen sie hauptsächlich mit den Brustflossen. Die Schwanzflosse als Antrieb setzen sie nur in besonderen Situationen wie z. B. bei der Flucht ein. Dieser Schwimmstil ergibt eine wellenförmig Bewegung. Vielleicht das einzige gemeinsame Merkmal, an dem man Lippfische erkennen kann.
Man kann die Arten in zwei Gruppen einteilen. Die einen graben sich nachts zum Schutz vor den Räubern im Sande ein, die anderen tun es nicht. Einige davon verstecken sich zwischen den Korallen. Andere Arten hüllen sich in eine geruchsabweisende Schleimschicht ein, die sie am Morgen auch wieder auffressen.
Dieses Kladogramm ist aus Wikipedia übernommen und zeigt die wahrscheinlichen Verwandtschaftsverhältnisse der Lippfische.
Lippfische (Labridae)
├─Schweinslippfische (Hypsigenyae) einschl. Odacini
└─NN
├─NN
│ ├─Labrini
│ └─Klade Scarinae/Cheilinini
│ ├─Papageifische (Scarinae)
│ └─Prachtlippfische (Cheilinini)
├─Zwerglippfische (Pseudocheilini)
└─NN
├─Malapterus reticulatus
└─NN
├─Klade Cheilio/Novaculini
│ ├─Zigarren-Lippfisch (Cheilio inermis)
│ └─Messerlippfische (Novaculini)
└─Junkerlippfische (Julidini) einschl. Putzerlippfische (Labrichthyini)
Ähnliches Verhalten ist auch von einigen Papageifischen (Scaridae) bekannt. Bei beiden wird der Schleim von Drüsen produziert und durch Flossenbewegungen über den Körper verteilt. Als Jungtiere bevölkern Lippfische oft in großen Schwärmen die Riffkanten während sie später zu territorialen Einzelgängern werden. Einige Arten betreiben eine Brutpflege, ja sogar Nestbau wird betrieben.
Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998
Ein Paar Putzerlippfische bei der Arbeit. Erst ist ein Preußenbanner-Lippfisch dran. Die nächsten Kunden warten geduldig bis sie an der Reihe sind: links ein Sträflingsseebader und rechts ein Drückerfisch.
Eine besondere Stellung und große Bedeutung für den Gesundheitszustand am Riff nehmen die überall bei der Arbeit zu beobachten Putzerlippfische ein. An den Putzerstationen herrscht oft ein richtiger Andrang und die Fische, vom Kleinsten bis zum mächtigsten Räuber, die sich von Parasiten befreien lassen wollen, stellen sich geduldig an und warten, bis sie an der Reihe sind. Man muss sich nur mal die Zeit nehmen und so eine Putzerstation ein paar Minuten lang beobachten ohne die Tiere zu stören.
Eigentlich leben Lippfische im Flachwasser, aber einige Arten kommen auch in Tiefen von über 200 m vor. Fast alle sind Fleischfresser, wenige leben ausschließlich von Zooplankton. Die große Mehrheit aber frisst alle Arten von Invertibratae (wirbellose Tiere). Hartschalige Mollusken (Muscheln, Schnecken), Seeigel und Krustentiere werden von den kräftigen, oft vorstehenden Vorderzähnen mühelos geknackt. Wie schon angedeutet, sind auch die Lippfische protogyene Zwitter. Es gibt nicht nur Weibchen und Männchen, sondern auch noch „primäre“ und „sekundäre“ Männchen. Primäre Männchen werden als Männchen geboren, sind meistens dominanter und farbprächtiger, während sich sekundäre aus als Weibchen geborene Tiere entwickeln. Sie lassen sich an den Gonaden (Geschlechtsdrüsen) unterscheiden.
Einige Arten bilden Harems, d. h. ein starkes männliches Tier hat viele Weibchen um sich. Wird das Männchen weggefangen, wandelt sich das ranghöchste Weibchen innerhalb weniger Stunden äußerlich in ein Männchen um. Bereits nach 2 Wochen kann es befruchtungsfähiges Sperma abgeben. Die Fortpflanzung der Lippfische hängt von der Jahreszeit und von den Mondphasen ab. Immer in der wärmsten Zeit findet sie statt, auf der Nordhalbkugel also genau entgegengesetzt zur Südhalbkugel. Die tagaktiven Fische laichen am Rand des Riffes bei einsetzen der Ebbe bei bestimmten Mondzyklen ab, damit das ins offen Meer fließende Wasser die befruchteten Eier mitnimmt.
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Deutsch |
Latein |
Englisch |
Französisch |
Japanisch |
Dhiveli |
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Fam. |
Lippfische |
Labridae |
Wrasses |
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UFam. |
Schweinslippfische |
Bodianinae |
Wrasses |
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Gat. |
Schweinslippfische |
Borianus |
Borianus |
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Art |
Borianus axillaris 1 |
Axilspot hogfish |
Labre á tachetée |
Sumitsukibera |
Hikaa |
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UFam. |
Prachtlippfische |
Cheilininae |
Wrasses |
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Gat. |
Prachtlippfische |
Cheilinus |
Cheilinus |
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Art |
Cheilinus abudjubbe 2 |
Cheilinus abudjubbe |
Vieille |
Akaten |
Fanfulha landaa |
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Art |
Cheilinus chlorourus 3 |
Floral wrasse |
Vieille tachetée |
Akaten-mochino-up |
Fanfulha landaa |
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Art |
Cheilinus fasicatus 4 |
Redbreast wrasse |
Madame tombée ragé |
Yashabera |
Fanfulha landaa |
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Art |
Cheilinus trilobatus 5 |
Tripletail wrasse |
Vieille trile queue |
Mitsuba-mochino-uo |
Fanfulha landaa |
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Art |
Cheilinus undulatus 6 |
Humphead wrasse |
Napoléon |
Megane-mochino-uo |
Maahulumbu landaa |
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Gat. |
Epibulus |
Epibulus |
Epibulus |
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Art |
Epibulus insidiator 7 |
Slingjaw wrasse |
Épibule gourami |
Gichibera |
Hikaa |
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Gat. |
Novaculichthys |
Novaculichthys |
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Art |
Novaculichthys taeniourus 8 |
Rockmover wrasse |
Rason algue |
Obi-tensumodoki |
Theyofulhi mas |
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UFam. |
Junkerlippfisch |
Corinae |
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Gat. |
Cheilio |
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Art |
Cheilio inermis 10 |
Cigar wrasse |
Longue girelle |
Kamasubera |
Fanfulha mas |
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Gat. |
Coris |
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Art |
Coris aygula 11 |
Clown coris |
Clarisse clown |
Kanmuribera |
Hikaa |
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Art |
Coris formosa 12 |
Queen coris |
Girelle reine |
Yashabera |
Hikaa |
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Art |
Coris gaimard 12a |
Yellowtail coris |
Girelle |
Tsuyubera |
Hikaa |
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Gat. |
Vogellippfische |
Gomphosus |
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Art |
Gomphosus caeruleus 13 |
Green birdmouth wrasse |
Poisson oiseau |
Kugibera |
Theyofulhi hikaa |
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Gat. |
Halichoeres |
Halichoeres |
Halichoeres |
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Art |
Halichoeres hortulanus 14 |
Checkerboard wrasse |
Lalo damier |
Tokarabera |
Gulsanpaa hikaa |
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Art |
Halichoeres marginatus 15 |
Dusky wrasse |
Girelle arc-en-ciel |
Kanokobera |
Hikaa |
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Art |
Halichoeres scapularis 16 |
Zigzag wrasse |
Girelle zigzag |
Seitenbera |
Hikaa |
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Art |
Halichoeres vrolikii 17 |
Ind. Oc. pinstriped wrasse |
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Hikaa |
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Gat. |
Hemigymnus |
Hemigymnus |
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Art |
Hemigymnus fasciatus 18 |
Barred thicklip |
Tamarin à bande noires |
Shima-tarekuchi-bera |
Hikaa |
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Art |
Hemigymnus melapterus 19 |
Blackeye thicklip |
Tamarin vert |
Tarekuchi-bera |
Hikaa |
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Gat. |
Putzerlippfische |
Labroides |
Labroides |
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Art |
Labroides bicolor 20 |
Bicolor cleaner wrasse |
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Somewakebera |
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Art |
Labroides dimidiatus 21 |
Bluestreak cleaner wrasse |
Nettoyeur à band bleue |
Hon-somewakebera |
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Gat. |
Thallassoma |
Thallassoma |
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Art |
Thallassoma hardwicki 22 |
Sixbar wrasse |
Tamarin |
Senasujibera |
Hikaa |
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Art |
Thallassoma jansennii 23 |
Jansen's wrasse |
Girelle guêpe |
Yansen-nishikibera |
Hikaa |
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Art |
Thallassoma lunare 24 |
Moonwrasse |
Girelle verte |
Otomebera |
Kaashi hikaa |
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Art |
Thallassoma quinquevittatum |
Fivestripe wrasse |
Girelle |
Hakobera |
Hikaa
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UFam. |
Meißelzahnlippfische |
Pseudodacnae |
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Gat. |
Meiselzahnlippfische |
Pseudodacinae |
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. |
. |
. |
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Art |
Pseudodax molucannus |
Chiseltooth wrasse |
Vieille ciseau |
? |
Hikaa
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UFam. |
Messerlippfische |
Novaculini |
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Gat. |
Meisserlippfisch |
Pseudodacinae |
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Art |
Cymolutes praetextatus |
Chiseltooth wrasse |
Vieille |
? |
Hikaa
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Familie Lippfische Labridae
Unterfamilie: Schweinslippfische - Bodianinae
E: Axilspot hogfish, F: Labre á tachetée, J: Sumitsukibera, D: Hikaa
Größe: 12 cm, Tiefe: 7 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1994
Achselpunkt-Lippfisch Bodianus axillaris (Bennett, 1832)
Abgebildet ist ein junger Achselpunkt-Lippfisch, den man auch schon beim Putzen von großen Räubern wie Zackenbarschen gesehen hat. Ist er erwachsen, hat er einen dramatischen Farbwechsel durchgemacht. Von den zahlreichen weißen Flecken sind ganze vier, symmetrisch verteilt, pro Seite übrig geblieben, aber jetzt sind sie schwarz. Die Körperfarbe ist hellbraun. Sie legen ein ziemlich seltenes Fressverhalten für Fische an den Tag. Finden sie eine Schnecke, die sie mit den Zähnen nicht aufbeißen können, suchen sie sich eine feste Unterlage und schlagen ihre Beute solange dagegen, bis sie zerbricht. Bestimmt ist dieses Verhalten einmal in einem Aquarium beobachtet, beziehungsweise gehört worden.
Achselpunkt-Lippfische sind Einzelgänger, die allenfalls mal in losen Gruppen daherkommen. Sie leben von Schnecken, Muscheln, Krebsen und Schlangenseesternen. Seeigel erlegen sie, indem sie die Stacheln einzeln abbeißen um an das schmackhafte Innere zu gelangen. Sie gehören zu der Gruppe von Lippfischen, die sich nachts in den Korallen verstecken. Sie werden bis zu 20 cm groß und sein Lebensraum reicht bis auf 40 m herunter.
Vorkommen: Vom Roten Meer bis Japan im gesamten Indischen Ozean.
Unterfamilie: Prachtlippfische - Cheilininae
E: Cheilinus abudjubbe, F: Vieille , J: Akaten, D: Fanfulha landaa
Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Abudjubbes Prachtlippfisch Cheilinus abudjubbe Rüppell, 1835
Größe: ca.15 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Verblüffend wie viele dieser Prachtlippfische 2008 an der Insel Embudu herumschwammen und im toten Riffdach die Algen abschabten. Fishbase meint, sie werden genau 21,8 cm groß - wenn das man stimmt.
Das untere Bild zeigt den Versuch eines Abudjubbes Prachtlippfisches sich in der Nacht zu verstecken.
Vorkommen: Rotes Meer und westlicher Indischer Ozean.
Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
E: Axilspot hogfish, F: Labre á tachetée, J: Akaten-mochino-uo, D: Hikaa
Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999
Schneeflocken-Lippfisch Cheilinus chlorourus (Bloch, 1791)
Nur in dem 1999 neu für Touristen erschlossenen Süd-Nilandu-Atoll war dieser Schneeflocken-Lippfisch zu sehen. Vielleicht war er durch die dunkle Farbe zwischen all den im vorherigen Frühjahr abgestorbenen Korallen besonders gut zu finden.
Er wird das Korallensterben überleben. Gebiete mit Korallenbruch waren schon immer sein zuhause. Er muss nur unter den Korallenbruchstücken noch nach kleinen Krebsen, Würmern und anderem Getier suchen.
Wie noch einige andere Arten der Lipp- und Papageifische dreht er seinem Maul erstaunlich große Stücke um. Da drunter findet er seine Nahrung.
Bis zu 45 cm werden die meist paarweise am Riffabhang lebenden Fische groß.
Vorkommen: Westlicher Indischer Ozean, von der Küste Ostafrikas bis zu den Malediven und Sri Lanka.
Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999
E: Redbreast wrasse, F: Madame tombée ragé, J: Yashabera, D: Fanfulha landaa
Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989
Rotbrustlippfisch Cheilinus fasciatus (Bloch, 1791)
Die Gattung Cheilinus umfasst allein 15 Arten. Der Rotbrust-Lippfisch ist durch seine schöne Färbung leicht zu erkennen. Auf den Malediven ist die Farbe rostbraunorange. In anderen Gewässern, so um Australien, ist er kräftig rot gefärbt. Seinen Körper zieren fünf weiße Querbinden, den Schwanz zwei. Um die Augen sieht es aus, als habe sich der Fisch geschminkt. Strahlenförmig umgeben rote Striche seine Augen.
Dieser Lippfisch ist an Insel, wo nicht gefüttert wird, verhältnismäßig scheu und hat dort eine größere Fluchtdistanz. Er durchstöbert Sandböden nach darin lebenden Kleingetier. Er wird bis zu 40 cm groß und ist im flachsten Wasser ebenso zuhause wie in 40 m Tiefe.
Ist er zum Graben zu faul, schleicht er sich an andere den Boden aufwühlende Fisch wie Meerbarben an, um denen Teile der Beute wegzuschnappen. Werden irgendwo Fische gefüttert, ist er einer der ersten, der einem die dargebotene Nahrung regelrecht aus der Hand reißt.
Vorkommen: Im riesigen Gebiet vom Roten Meer bis Japan, Samoa und Neu Kaledonien.
E: Tripletail wrasse, F: Vieille trile queue, J: Mitsuba-mochino-uo, D: Fanfulha landaa
Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Prachtlippfisch Cheilinus trilobatus Lacepède, 1801
Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
Ziemlich selten und sehr scheu ist dieser 40 cm groß werdende Lippfisch mit dem dreizackigen Schwanz. Die Nahrung besteht aus kleinen Fischen, aus Krustentieren jeder Art und von Muscheln und Schnecken, die er mühelos mit seinen kräftigen Zähnen aufbeißt.
Lippfische sind sowieso schon außergewöhnlich genug. Aber wenn die Meldung stimmt, dass 1964 in sage und schreibe 405 m Tiefe vor Durban wirklich 2 Jungfische dieser Art gefangen wurden, dann muss man sich fragen, was machen die dort unten, wie halten sie solche Tiefen aus oder war diese Meldung falsch? Nachzulesen in Smith‘s Sea Fisches Seite 690.
Genauso selten wie er anzutreffen ist, ist die Literatur über diese schöne Art. Bitte Vorsicht mit dem deutschen Namen. Der Lebensraum dieser Fische sind stille, ungestörte Riffabschnitte. Nachts klemmen sie sich in die ungewöhnlichsten Spalten.
Vorkommen: Indopazifik.
Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008
E: Humphead wrasse, F: Napoléon, J: Megane-mochino-uo, D: Maahulumbu landaa
Größe: ca.125 cm, Tiefe: 1 m Helingeli, Nord-Male-Atoll, 1989
Napoleon Cheilinus undulatus Rüppell, 1835
Selten passt ein Name so gut wie in diesem Fall. Würdevoll schwimmt dieser Größte aller Lippfische daher und glotzt so in die Gegend, als hätte er gerade eine Schlacht verloren. Er wird über 2 m groß und kann dann 200 kg wiegen. Bis zu 32 Jahre soll er alt werden. In Tiefen von 100m ist er schon nachgewiesen worden.
Große hervorstehende Augen, riesige dicke Lippen und ein fahles, verwaschenes Grün machen diesen großen Gesellen unverwechselbar. Er ist mit vielen Namen belegt worden. Im Englischen heißt er auch Humphead wrasse oder Humphead maori wrasse. Fishbase schafft aber da Ordnung. Doch die haben etwas gegen die Deutschen. Fischnamen in Deutsch sind sehr selten. Dafür gibt es 20 verschiene Fischnamen von philippinischen Inseln...
Mir würde aber nie einfallen, ihn gar „Gewellten Lippfisch“ zu nennen. Er erinnert doch zu sehr an den „petite coporal“. Aber diese Napoleons leben von Seeigeln, Muscheln, Krebsen und von am Boden lebenden Fischen, meistens von solchen, die sich im Sand eingewühlt haben. Für die Jagd auf Fische im freien Wasser dürfte er ein zu schlechter Schwimmer sein. Seine Beute fängt er durch Saugschnappen.
Dabei kann sein großes, blitzartig aufgerissenes Maul einen solch starken Sog erzeugen, dass eine ihm Futter reichende Hand glatt mit eingesaugt werden kann. Mir ist ein Fall vom „Fishhead“ bekannt. Eine italienische Taucherin wollte einem der stattlichen Kerle dort ein gekochtes Ei reichen und bezahlte dafür mit einer total zertrümmerten Hand.
Vorkommen: Indopazifik.
Das Bild zeigt einen jungen Napoleon, der von einer Pferdemakrele begleitet wird, die Deckung beim Anschleichen an kleine Fische sucht, die sich vor dem Napoleon nicht fürchten.
Größe des Napoleons: ca. 80 cm, Tiefe: 1 m Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1999
Alle vorhandenen Bücher, Fishbase, das Web durchforstet: kein Zweifel, es ist ganz junger Napoleon der erst zwischen 30 und 40 cm groß ist.
Größe: ca. 35 cm, Tiefe: 1 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001
Schön gezeichnet ist dieser junge Napoleon.
Die charakteristische Beule an der Stirn ist schon deutlich zu erkennen.
Größe: 60 cm, Tiefe: 3 m Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001
Größe: ca. 150 cm, Tiefe: 3 m Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 2000
So ein Napoleon kann sein Maul ganz schön weit aufreißen. Der Sog, der dabei entsteht, fördert die Nahrung in seinen gewaltigen Körper.
Demoisellen Seite 68
Lippfische Seite 70
Größe: ca. 150 cm, Tiefe: 4 m Meedhufushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999
Größe: ca. 180 cm, Tiefe: 5 m Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999
Größe: ca. 180 cm, Tiefe: 4 m Meedhufushi, Süd-Nilandu-Atoll, 1999
Ist der schon fast ausgewachsene Dicke auf Brautschau? Oder ist es nur Familie dahinten? Geschlechtsunterschiede sind....
Wahrscheinlich der größte Brocken den man beim Skin Diving vor die Maske bekommen kann.
So ein halbstarker Napoleon hätte schon gerne einen der vielen Rotzahn-Drückerfische (Ondus niger) zum Abendbrot. Aber wie rankommen?