Handbuch der Malediven
Seite 47
Fische der Malediven
Ordnung der Barschartigen - Perciformes
Füsiliere - Casionidae
Füsiliere Caesionidae
Die Füsiliere sind wunderschöne Fische. Ihre Körperform ist spindelförmig, fast elegant. Der Schwanz ist gegabelt und oft sind die Spitzen schwarz gefärbt. Die Rückenflosse ist lang durchgezogen und liegt meist an, so das sie nicht zu sehen ist. Der Kopf ist klein und die Augen wirken riesig. Das kleine Maul kann vorgestreckt werden und auf der Oberlippe sind dann 2 fadenförmige Fortsätze zu erkennen. Das Maul zeigt im Winkel von 40 - 50° schräg nach oben und ist mit meist kegelförmigen kleinen Zähnen besetzt. Viele Arten haben Längsstreifen, durch die der Körper noch gestreckter erscheint. Alle Arten haben kleine Schuppen und die Seitenlinie erstreckt sich gut erkennbar über die gesamte Körperlänge. Fast alle Arten sind tagaktiv. Da sie sich vorwiegend im blauen Wasser vor den Riffen aufhalten, ist auch ihre Grundfarbe oft blau.
Füsiliere sind schnelle, elegante Schwimmer und ununterbrochen in Bewegung um nach Plankton zu schnappen. Im Riff sind sie nur um sich von den Putzerfischen säubern zu lassen oder um Nachts Schutz zu suchen, wobei sich einige Arten rot verfärben. Ihre Feinde sind die am Riff jagenden Räuber wie Makrelen oder Thunfische, aber im Schwarm sind sie relativ sicher. Die Familie ist mit vier Gattungen und 20 Arten zwar nicht sehr groß, aber die Unterscheidung ist oft ziemlich schwierig. Sie werden kaum Länger als 30 cm. Es gibt keine Füsiliere im tropischen Atlantik! Ihr Lebensraum ist auf die warmen Gewässer des Indopazifik begrenzt.
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Deutsch |
Latein |
Englisch |
Französisch |
Japanisch |
Dhiveli |
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Fam. |
Füsiliere |
Casionidae |
Fusilier |
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Gat. |
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Caesio |
Caesio |
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Art |
Caesio caerulaurea |
Blue and gold fusilier |
Caesio azuror |
Sasamuro |
Noo mas |
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Art |
Caesio lunaris |
Lunar fuselier |
Caesio á croissant |
Hana - takasago |
Noo mas |
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Art |
Caesio teres |
Yellow and blueback fuselier |
Fusilier à dos jaune et bleu |
Kumasasa hanamuro |
Garahita muguraan |
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Art |
Caesio tile |
Dark banded fusilier |
Fusilier à ligne olive |
Nitensuji-fuedai |
Bodu reendhoo |
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Art |
Caesio xanthonota |
Yellowback fusilier |
Fusilier à dos jaune |
Umeiromodoki |
Dhon noo mas |
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Art |
Caesio varilineata |
Variable-lined fusilier |
Fusilier à bandes variées |
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Gat. |
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Dipterygonotus |
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Art |
Dipterygonotus balteatus |
Mottled fusilier |
Fusilier mabré |
Rosoku-chibiki |
mas |
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Gat. |
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Pterocaesio |
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. |
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Art |
Pterocaesio digramma |
Duble-lined fusilier |
Fusilier |
Nisen-takasago |
mas |
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Art |
Pterocaesio marri |
Marr's fusilier |
Fusilier de Marr |
Ishi |
mas |
Ein Schwarm Neonfüsiliere an der Insel Kuredu 1999
In großen Schulverbänden, den Kopf mit dem kleinen Maul immer in Richtung der Strömung, schnappen diese Füsiliere nach Plankton. Sie ziehen im freien Wasser vor den Korallen an den strömungsreichen Abschnitten der Riffe entlang. Sie werden bis 28 cm groß und sind durch die beiden schwarz gefärbten Schwanzspitzen leicht zu erkennen. Irgendwie erinnern sie mich immer an ein Bügelbrett und ich erkannte sie wieder lange bevor ich überhaupt ihren Namen wußte. Auf Inseln, die nicht am Außenriff liegen, sind sie seltener. Es ist immer wieder ein schöner Anblick, so einen Schwarm wohl ausgerichtet ruhig vorbeiziehen zu sehen. Oft müssen es tausende von Tieren sein.
Vorkommen: Indowestpazifik, im Roten Meer, den arabischen Gewässern, von der ostafrikanischen Küste bis nach Japanim Norden und den Salomoneninseln im südlichen Pazifik.
Dieser Füsilier sieht mit seiner leuchtendblauen Grundfarbe, dem gelben Rücken und dem gelben Schwanz wunderschön aus. Kopf und Nacken sind blau. Er ist ganz leicht mit dem Gelbrückenfüsilier Casio xanthonootus zu verwechseln, dessen oberer Körperteil durchgehend gelb ist.
Sein stromlinienförmiger Körper gibt ihm etwas Elegantes wenn er gewandt vor dem Riff hin und her schwimmt und sein kleines Maul aufgeregt nach dem für uns unsichtbaren Plankton schnappt. Es sieht aus, als tanze er schwerelos im Wasser. Er lebt in weitaus kleineren Schulen als der zuvor beschriebene Caesio lunaris und ist auch schon mal einzeln anzutreffen wie das Foto zeigt. Er erreicht eine Größe von 30 cm.
Vorkommen: Von der ostafrikanischen Küste, den Seychellen bis zu den Malediven.
Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1984
Größe: ca. 25 cm, Tiefe: 1 m Veligandoo Huraa, Süd- Male- Atoll, 1995
Drei Farben haben diese Füsiliere: der Rücken ist grünoliv, der namengebende neonblaue Streifen trennt in der Mitte den Rücken von dem roten Bauch. Auch diese Art ist ausschließlich in großen Schwärmen unterwegs. Die Neonfüsiliere werden bis 28 cm groß.
Wie alle Füsiliere verstecken sich die Fische nachts zwischen den Korallen. Dann verblaßt der Neonstreifen und das Rot des Bauches leuchtet weithin sichtbar im Schein der Lampe. Nachts ist das Rot für sie aber eine gute Tarnfarbe. Auf der Insel Ellaidoo war mal zu beobachten, wie eine große Schule mit Einbruch der Dunkelheit ins Riff kam. Jedes noch so kleine Versteck wurde von ihnen besetzt, was oft zu Rangeleien mit den hier ebenfalls Deckung suchenden Drückerfischen führte. Es gab keine einzige Spalte, keine Koralle unter denen nicht viele Fische auszumachen waren. Sie blieben also auch nachts eng zusammen, denn sie hatten sich auf nicht mehr als geschätzte 30 - 40 qm verteilt.
Vorkommen: Von der ostafrikanischen Küste, über Madagaskar, den Malediven bis Sri Lanka. Sie fehlen im Roten Meer und in der Arabischen See.
Schon aus der Körperform und der Entfernung zum Riff läßt sich im gewissen Maße auf die Lebensweise dieser Füsiliere schließen. Im Entfernten erinnern sie an Heringe. In Buntausgabe sozusagen. Es sind rastlose Schwimmer, die am Tage das freie Wasser vor den Riffen durchstreifen und genauso rastlos und ununterbrochen nach dem mikroskopisch kleinen Plankton schnappen.
Diese Füsiliere schwimmen in Schulen bevorzugt an den Riffen jener Inseln, die am oder in der Nähe der Außenriffe liegen. Sie werden bis zu 22 cm groß. Es ist schwierig, sich all die Färbungen und Formen dieser Schwarmfische zu merken. Eigentlich sollte man ein Buch haben, das man mit ins Wasser nehmen kann, so wie es die Israelis Ende der 70iger Jahre hatten. Es war auf Plastik gedruckt in der Technik, mit der Getränkedosen beschriftet werden und mußte mit Seife und Süßwasser gereinigt werden.
Vorkommen: Arabisches Meer, Malediven bis Sri Lanka.
Auch hier der Hinweis, dass diese Art leicht mit den vorher beschriebenen Gelbschwanzfüsilieren Casio teres zu verwechseln ist. Aber bei dieser Art hier ist der Rücken durchgehend von Kopf bis zum Schwanz gelb gefärbt. Diese Art schwimmt immer dicht gedrängt zusammen das man meinen könnte, im Meer wäre kein Platz. Natürlich ist die Schwambildung ihr einziger Schutz vor Räuber, denn sie haben ja keinerlei Waffen wie Stachel oder Gifte entwickelt und können auch nicht mit großer Geschwindigkeit einem Angreifer entkomme. Für so manchen Zackenbarsch wären diese wohlschmeckenden Fische genau der richtige Happen.
Tagsüber fischen sie Plankton aus dem Wasser nahe des Riffes. Sie sind nicht scheu, werden bis 25 cm groß und gehen nicht tiefer als 15 m.
Vorkommen: Indischer Ozean, von der afikanischen Ostküste bis zu den Malediven.
Wie alle diese schlanken, spindelförmigen Mitglieder der Familie der Füsiliere zieht auch diese Art in Schulen an den Außenriffen entlang. Sie erjagd das für unsere Augen nicht ohne Hilfsmittel zu sehende Plankton. Sie erreichen eine Größe von 30 cm. Ihr Lebensraum reicht bis in Tiefen von 25 cm.
Diese Art ist sehr selten. Nach dem Auswerten aller Fotos von vielen Jahren habe ich sie tatsächlich nur einmal angetroffen. Sie sind ja mit den schwarzen Schwanzspitzen und den dünnen gelben Linien leicht zu unterscheiden, aber so sehr ich auch nach ihnen Ausschau hielt, fand sie nicht wieder.
Vorkommen: Indopazifik.
Wie alle diese schlanken, spindelförmigen Mitglieder der Familie der Füsiliere zieht auch diese Art in Schulen an den Außenriffen entlang. Sie erjagt das für unsere Augen nicht ohne Hilfsmittel zu sehende Plankton. Sie erreichen eine Größe von 30 cm. Ihr Lebensraum reicht bis in Tiefen von 25 cm.
Diese Art ist sehr selten. Nach dem Auswerten aller Fotos von vielen Jahren habe ich sie tatsächlich nur einmal angetroffen. Sie sind ja mit den schwarzen Schwanzspitzen und den dünnen gelben Linien leicht zu unterscheiden, aber so sehr ich auch nach ihnen Ausschau hielt, fand sie nicht wieder.
Vorkommen: Indopazifik.
Blauer Füsilier - Caesio lunaris Cuvier & Valenciennes, 1830
Größe: 20 cm, Tiefe: 4 m Bathala, Ari - Atoll, 1991
E: Blue and gold fusilier, F: Fusilier, J: Rosoku-chibiki, D: Noo mas
E: Lunar fusilier, F: Caesio á croissant, J: Hana - takasago, D: Noo mas
E: Yellow and blueback fusilier, F: Fusilier à dos jaune et bleu
Gelbschwanzfüsilier Caesio teres Seale, 1906
E: Dark banded fusilier, F: Fusilier à ligne olive, J: Kumasasa hanamuro, D: Garahita muguraan
Neonfüsilier Caesio tile (Cuvier, 1830)
Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1993
E: Variable-lined fusilir, Fusilier à bandes variées
Vielstreifenfüsilier Caesio virlineattea Carpenter, 1987
Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993
Gelbrückenfüsilier Caesio xanthonota Bleeker, 1853
Zwergfüsilier Dipterygonotus balteatus (Valencienes, 1830)
Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993
Zweistreifenfüsilier Pterocaesio digramma Bleeker, 1864
Größe: 15 cm, Tiefe: 3 m Kuramathi, Rasdoo-Atoll, 1988
Golddoppeltstreifenfüsilier Pterocaesio marri Schulz, 1953
Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 3 m, Veligandu Huraa Süd - Male - Atoll, 1992
Es ist mit 10 cm Körpergröße die kleinste Art in der Familie der Füsiliere und für Schnorchler nur selten zu sehen. Normalerweise halten sich die scheuen Zwergfüsiliere in Höhlen in Tiefen zwischen 10 und 20 m auf. Diese Aufnahme gelang in der Dämmerung kurz vor der Riffkante. Bestimmt hatte planktonreiches Wasser sie kurz vor der Nacht nach oben gelockt. Sie ließen sich beim Fressen nicht stören und schwammen im Zick-Zack geschäftig durcheinander um so viel wie möglich Plankton für die lange Nacht zu erbeuten.
Vorkommen: Arabisches Meer bis Sri Lanka. Um die Malediven und um die Sychellen.
Alle Arten leben in Schulen zusammen die sehr groß sein können und durchaus nicht nur von einer Art sein müssen. Früher wurden sie der Familie der Lutjanidae, den zuvor beschriebenen Schnappern oder Meerbarschen hinzugerechnet, aber das sind alles fleischfressende Räuber, während die Füsiliere nur dem Plankton hinterher jagen. Von der Fortpflanzung ist nicht viel bekannt. Sie werden im Schwarm ablaichen. Wie aber stellen sie sicher, daß sie nicht ihren eigenen Nachwuchs auffressen, da sie ja alle von ebensolchen Zooplankton leben? Geschlechtsunterschiede sind den schönen Schwarmfischen von außen nicht anzusehen. So unwahrscheinlich wie es klingt, aber in den paar Zeilen hier ist fast das gesamte Wissen über die Füsiliere zusammengetragen.
Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993
In großen Schulen von mehr als 1000 Fischen ziehen diese schlanken, spindelförmigen Füsiliere an den Außenriffen entlang. Sie sind Planktonfresser und erreichen eine Größe von 30 cm.
Auffallend sind die schwarzen Zeichnungen auf den Schwanzflossen und die ebenfalls schwarzen kleinen Dreiecke am Brustflossenansatz. Entlang der Seitenlinie hat der C. caerulaurea eine feine, nicht bei jedem Licht zu erkennende, goldene Linie.
Vorkommen: Weitverbreitet im tropischen Indowestpazifik von Ostafrika bis Japan, im Roten Meer aber nicht in den arabischen Gewässern.
Blaugoldner Füsilier - Caesio caerulaurea Lacepède, 1801
Schnapper, Seite 46
Straßenkehrer, Seite 48
Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m Ellaidhoo, Ari - Atoll, 1995
Neonfüsilier Caesio tile in der Nachtfärbung
E: Yellowback fusilier, F: Fuisiler aile jaune, J: Umeiromodoki, D: Dhon noo mas
Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993
Besseres Bild vom 22.01.2000 Kuredu
E: Mottled fuselier, F: Fusilier mabré, J: Sasamuro, D: Noo mas
E: Duble-lined fusilier, F: Caesio, J: Nisen-takasago, D: Noo mas
E: Marr's fusilier, F: Fusilier de Marr