
Spinnen in Costa Rica
Spinnen werden gerade überarbeitet!
28.09.2007
Spinnen
| Unterabteilung: | Spinnentiere | Bilateralia |
| Stammgruppe: | Urmünder | Protostomia |
| Überstamm: | Häutungstiere | Ecdysozoa |
| Stamm: | Gliederfüßer | Arthropoda |
| Unterstamm: | Kiefernklauenträger | Chelicerata |
| Klasse: | Spinnentiere | Arachnida |
| Ordnung: | Webspinnen | Aranea |
| Unterordnung: | Echte Webspinnen | Araneomorphae |
| Familie: | Dickkieferspinnen | Tetragnathidae |
| Gattung: | Seidenspinnen | Nephila |
| Art: | Goldene Seidenspinne | Nephila clavipes |
| Familie: | Kammspinnen | Ctenidae |
| Gattung: | Phoneutria | Phoneutria |
| Art: | "Kammspinne" | Phoneutria nigriventer |
| Gattung: | Cupiennius | Cupiennius |
| Art: | "Bananenspinne" | Cupiennius coccineus |
| Ordnung: | Webspinnen | Aranea |
| Unterordnung: | Vogelspinnenartige | Mygalomorphae |
| Familie: | Vogelspinnen | Theraposidae |
| Gattung: | Megaphobema | Megaphobema |
| Art: | "Rotknievogelspinne" | Megaphobema mesomelas (Cambridge, 1897) |
Spinnennetze
Radnetz...
.... und die unbekannte Erbauerin in Jacó, Costa Rica
Spinnennetz einer ? - spinne an der mittleren Pazifikküste in Costa Rica
Netz einer Goldene Seidenspinne (mit kleinem Männchen oben) in Dominical
Das Weibchen hat Beute gemacht und links lauern drei kleine Männchen
Das Spinnennetz verschlägt einem die Sprache. Es ist unregelmäßig und mehr als 2 oder 3 Quadratmeter groß, die Fäden glitzern golden in der Sonne. Kleine Vögel und Fledermäuse werden mühelos damit gefangen. Die Reißkraft der Fäden ist enorm und die Forschung bemüht sich, so etwas nachzumachen. Berührt man das Netz vorsichtig mit dem Finger, kommen gleich mehrere der 3 oder 4 cm großen Weibchen angerannt.
Die Männchen der Goldene Seidenspinne Nephilia clavipes sind mit nur 9mm Größe fast nicht im halbdunklen auszumachen. Unheimlich, einzigartig und faszinierend für einen Europäer, der 15 Jahre in Übersee lebte und jeden Stein umgedrehte, jeden Winkel Natur durchforstet hat und so eine Spinne noch nie fand!
Zwar gibt es 2500 verschiedene Arten der Geißelspinnen, aber die Baumuster der Netze sind verschieden. Die Netze werden nachts nur mit dem Tastsinn der Spinnen bei völliger Dunkelheit gewebt. Wer sagt da: so sehen sie auch aus!?
Die Spinne scheint hier so eine Art Kulturfolger zu sein. Da, wo die Menschen Licht machen, baut diese Art ihre riesigen Netze und sie werden gedultet. Allerdings sind sie nur an der mittleren Pazifikküste zwischen Quepos und Dominical zu finden. Wo anders hat der Autor die auffallenden Netze und die faszinierenden Tiere noch nicht gesehen.
Terrariumaufnahme eine Phoneutria nigriventer von Stefan Hillebrecht. Es derzeit die einzige Aufnahme auf allen Seiten von einem anderen Fotografen!
Der Dank geht an Herrn Stefan Hillebrecht. Er machte den Autor auf die falsche Bestimmung und Beschreibung auf der Seite Bananen aufmerksam und stellte das Foto oben zur Verfügung. Und er muss es wissen, lebt er doch seit 10 Jahren mit Phoneutria nigriventer zusammen. Einen deutschen Namen für diese Art gibt es nicht. Deswegen die Anführungszeichen bei "Kammspinne".
Er wurde noch nie gebissen und mit der Gefährlichkeit ist es nicht so weit her, was er sich von der Universität in San José, Costa Rica, bestätigen ließ. Einzig die ebenfalls hier im Land vorkommende Phoneutria boliviensis ist ziemlich gefährlich.
Die in der Bananenplantage fotografierte Spinne ist zwar aus der gleichen Familie aber aus einer anderen Gattung. Es ist die anschließend gezeigte "Bananenspinne" Cupiennius coccineus
Der Text zu diesen auf einer Bananenplantage im Süden Costa Ricas gemachten Aufnahmen der "Bananenspinne" Cupiennius coccineus ist unter Bananen zu finden. Die Bananeros halten diese nervöse Jagdspinne jedenfalls für gefährlich.
Familie Vogelspinnen - Theraphosidae
"Rotknievogelspinne" Megaphobema mesomelas
Einen deutschen Namen hat die Spinne Megaphobema mesomelas nicht. In Mexiko lebt aber eine "Mexikanische Rotkniespinne" Brachypelma smithi (Cambridge, 1897). Sie sieht ähnlich aus, ist aber länger behaart.
Vier Beinpaare und ein geteilter schwarzer Körper und das alles auf 7-8cm Durchmesser: Eine schöne große Spinne. Sie ist harmlos, jedenfalls weniger schlimm als ein Wespenstich. Auf dem Weg zum Poas in einer kleinen Soda („Restaurant“ ohne Alkoholausschank - man holt aber schon mal ein Bier aus dem Nachbartiender wenn die Luft rein ist), wo alle die Kolibris aufgenommen sind, war sie das Haustier. Es ist hier es auf ca. 1000 m Höhe ziemlich feucht und und relativ kalt (s. Foto). Die Señora in der Sodo meint, am Tage nie mehr als 25° und Nachts unter 20°C.
Eine schwarze Art in Managua, die hin und wieder auf dem Kopfkissen saß, ist nicht so harmlos. Sie kamen immer Paarweise. Sie verspritzt Urin, das die Hornhaut auflöst, sagt man dort. Sie lebt in Erdlöchern auf kurz gehaltenen Rasen. Da hat sie einen guten Überblick. Ob es nun in den gepflegten Gärten oder auf der Viehweide ist: Ein dreibeiniges Pferd ist nicht viel wert. Den Huftieren sollte angeblich das Horn der Hufe aufgelöst werden. Sie heißt dort "pica de caballo" Pferdestecherspinne.
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