Singvögel in Costa Rica 13
Ordnung Passariformes - Singvögel
Nur zur Erinnerung: Etwa 60% aller Vögel auf der Erde gehören zu den Sing- oder Sperlingsvögel (Passariformes) mit ihren 82 verschiedenen Familien von denen nur 24 Familien bei uns in Europa brüten. Auf dieser Seite gibt es einige ziemlich bunte und hübsche Exemplare. Das Raben, Krähen, Dohlen auch zu den Singvögle gehören - ist das nicht lustig?
Familie Tyrannen - Tyrannidae
Arkansastyrann
Diese Familie hat "nur" 384 Arten. Sie leben in der Neuen Welt von Alaska bis Feuerland, mal hoch in den Bergen, in den Wüsten genauso wie im Regenwald und in den Mangrowensümpfen.
Der Arkansastyrann brütet im Süden Canadas und in den Staaten und verbringt den harten Winter in Mittelamerika. Die Aufnahme entstand im Feb. 2005 in Golfito. Der nur 40 gr. schwere Vogel saß in einem Straßenbaum.
Schwefeltyrann
Sie gibt es nur in der Neuen Welt. Hier füllen sie die Nische aus, die bei uns die Fliegenschnäpper einnehmen. Häufige Vögel entlang der Küsten Nicaraguas und Costa Ricas; waren meist paarweise zu sehen. Sie fressen schlichtweg alles: Frösche, Spinnen, fangen sogar kleine Fische in flachen Wassern, kleine Schlangen, große Insekten, Echsen, junge Vögel und Früchte aller Art. Hier holt er sich welche aus der Goldfruchtpalme.
Mit seiner schwarzen Augenbinde sieht er aus wie ein Bandit. So frech ist er auch. Sie holten sich Futter aus dem Hundenapf, tranken deren Wasser bis die Katze groß genug war und sich nicht mehr vertreiben ließ. Die Schwefeltyrannen sind mit bis zu 25 cm Länge recht groß. Schön sind sie, das tiefe Braun, das fahle Gelb und ihre sympathische Frechheit.
Cayennetyrann; Brown-crested Flycatcher; Copetón Crestiprado
Im Flachland am Rio San Carlos balgte er sich mit den großen Tucanen um die frühmorgens ausgelegten Bananen. Mit 19 cm und 34 gr ist er nicht so groß. Die Familie der Tyrannidae hat immerhin 384 Arten. In der Nähe der vielen amerikanischen Birdwatcher hier lässig das Wort "Flycatcher" ausgesprochen ist kaum ein Fehler und weißt den Reisenden fast schon als Ornithologen aus.
Spixtyrann
Dieser dunkelbraune Vogel fand sich am Waldrand in den nördlichen Lowlands jeden Tag an einer Futterstelle ein. Sonst war er im ganzen Land nicht zu sehen. Diese Tyrannen (13 cm, 12 gr.) bevölkern Mittel- und Südamerika vom Süden Mexicos bis Paraguay.
Familie Schwalben - Hirundinidae
Rauchschwalbe
Die Rauchschwalben, weit verbreitet in der Alten und Neuen welt, sind etwas größer als die nachfolgenden Fahlstirnschwalben, sind aber hier häufiger zu sehen. Auf dem Bild unten haben sie mit dem letzten Sonnenlicht ihren Schlafplatz am Rio Tárcoles eingenommen. Morgens fliegen sie rastlos dicht über das Wasser oder die Weidegründe, oft zusammen mit den auch hier überwinternden anderen Schwalbenarten.
Fahlstirnschwalbe
Die hellere Brust unterscheidet sie von den Rauchschwalben mit denen sie gerne zusammen auf den Hochspannungsleitungen sitzt. Beide Arten wahren über mehrere Jahre hinweg nur an der Playa Hermosa südlich von Jacó zu sehen. Die Küste ist (war) noch nicht so stark bebaut und es gibt im Hinterland viele Weideflächen mit genug Fluginsekten. Brüten tun sie zwischen Alaska und dem Süden Mexicos und verbringen den Winter hier.
Weltweit gibt es 80 Arten von Schwalben. Nur die Polarregionen haben sie nicht erobert. Von dem kecken Kerl, der sich auf das fahrenden Boot des Crocodile Man an der Mündung des Rio Tárcoles niedergelassen hat, gibt es hier gleich 3 Arten mit fast gleicher Färbung, aber nur die Mangrovenschwalbe lebt hier am Fluß und nur sie hat einen leichten weißen Strich an den Augen und eine schneeweiße Kehle wenn man den „Birds of Costa Rica“ glauben darf. Aber egal: Der Kerl ist einfach hübsch! Auf dem unteren Bild haben die Schwalben wie immer kurz vor Sonnenuntergang ihren Schlafplatz eingenommen.
Familie Zaunkönige - Troglodytidae
Rotnackenzaunkönig
Ein Zaunkönig schmettert sein Lied, nicht um die Menschen zu erfreuen, sondern ziemlich harsch ruft er nach seiner Gruppe. Die Aufnahme ist aus Jacó und hier an der Pazifikküste soll er häufig sein. Die 60 Arten dieser Familie sind schwer zu unterscheiden. Die Daten: 17 cm lang und 36 Gram schwer, Mexico bis Costa Rica.
Familie Spottdrosseln - Mimidae
Katzendrossel; Gray Catbird; Pájaro-gato Gris
Die Katzendrossel aus der Familie der Spottdrosseln brütet in Canada und überwintert hier in Mittelamerika. Sie werden 20 cm lang und 35 gr schwer. Die Aufnahme ist auch von der Lagarto Lodge am Rio San Carlos. Hier im Lande ist diese Art mehr auf der Karibischen Seite zu finden. ¡¡¡¡¡¡¡¡¡ Achtung: Falsches Bild!!!!!!
Familie Staerlinge - Icteridae
Dohlengrackel
Frech, neugierig und stolz, beinahe wie die Rabenvögel - das Paar gehört aber zu den Stärlingen Icteridae (American Oriols and Blackbird). 43cm und 230 gr lassen immer wieder an Dohlen oder Raben denken. Zwischen den Felsen bei Ebbe verschwindet so mancher Krebs in seinem Magen. Vorkommen: SW der USA bis Venezuela und Bolivien.
Nicaraguagrackel
Die kleinere Version des Dohlengrackel, nur ca. 100 gr schwer und mit seitich abstehenden Schwanzfedern auf Aufnahmen aus Jacó. Vorkommen: Nicaragua und Costa Rica.
Montezuma - Stirnvogel
Montezuma - Stirnvogelnester in 40 m Höhe am einzeln stehenden Baum
Erhebt sich der 520 gr und 50 cm große Vogel, peitschen die Federn seiner Schwingen die Luft und es hört sich an, als setzt sich eine Dampflokomotive in Bewegung. Der erste Schlag tief und langsam, dann immer schneller und nur mühsam kommte er in Schwung. Man hört wenig in Europa von diesem außergewöhnlichen Vogel aus der Familie der Stärlinge.
An den ausgelegten Bananen auf der hier oft erwähnten Lodge fraß er noch vor den Tucanen. Er kam nie alleine. Seine auffälligen Hängenester in 30 m Höhe (s. Foto) waren in Sichtweite auf einem einzel stehenden Baum.
Familie Tangare - Thraupidae
Dickschnabelorganist
An der Grenze zu Panama ließ sich dieser bunte, 11 cm große und nur 15 gr. schwere Vogel mit Bananen anlocken. Vom Süden Costa Ricas bis Venezuela, Peru, Bolivien und dem Osten Brasiliens ist er zuhause. Zwischen lockerstenden Bäumen lebt er in kleinen Gruppen, sucht Beeren und Früchte aller Art. Ein ausgesprochen hübscher Vogel der flink umherfliegt und nie mal still sitzen bleibt. Aber 2006 bekommt er eine aufgebrannt...
Bischofstangar
Einer dieser munteren Vögel ist gerade zum Frühstücken in einer Goldfruchtpalme gelandet. Er wird sich mit ziemlicher Anstrengung eine Frucht abflücken und damit wegfliegen. Die Aufnahme entstand an der Pazifikküste in Jacó.
Passarintangar
Auffälliger geht es nicht: der rote Fleck auf dem Rücken ist im dunklen Wald nun wirklich nicht zu übersehen. Es sei denn, das Männchen sitzt in einem Hibiskusstrauch mit roten Blüten - dann ist der 16cm große Vogel plötzlich verschwunden. Das Weibchen ist dagegen unauffällig braun.
Tukane
Reptilien