Bangladesh

Eine unwahrscheinliches Land!
Bangladesh, Dhaka: Fotos und Karrikaturen aus einer anderen Welt. Wasser überall. Oder gibt es doch mehr Menschen als Wasser?
Ein Bild aus einer der oberen Stockwerke des Shonagon - Hotel über die Stadt. Vorne der blaue Pool für die Reichen, hinten das schwarze Trinkwasser für die Armen. Das Zimmer hier kostete hier die Nacht 365 US $ - soviel verdient ein durchschnittlicher Bangladeshi auch. Allerdings braucht er dafür 3 - 4 Jahre!
So, Monument, Parlament und Bahnhof: Stadt ist besichtigt. Das Faszinierende gibt wo anders.
Zum Beispiel bei der Ankunft.
Der Zeichner dieser hervorrangenden Blätter lässt sich nicht ermitteln. Mit viel Einfühlungsvermögen, genauster Detailkenntnis der Landesverhältnisse und mit britischem Humor bringt er die Dinge genauer auf den Punkt, als es ein Fotoapparat kann. Es soll 3 kleine Bände mit je ca. 30 Blättern gegeben haben. Sie waren aber um 1990 herum schon vergriffen. 24 Blätter liegen hier vor, leider ohne Einband. Sie erzählen die Rückkehr einer britischen Expertenfamilie aus dem Heimaturlaub.
Hier die Ankunft auf dem Flughafen in Dhaka in einem vollkommen überfüllten aber liebenswerten Land voller Überraschungen für die "Langnasen".
Jeder will natürlich helfen, oder? Alle Frauen, alle Kinder haben einen angeborenen Reflex: Wenn sie einen Ausländer sehen, streckt sich automatisch und ohne eigenes Zutun die Hand zum Betteln aus. Es ist hier bestimmt nicht böse gemeint, die Not ist wirklich riesig, aber nach einem langen, heißen Arbeitstag ist man auch so mit den Nerven fertig.
Vielleicht war der Job zu hart: Der Finger hat sich geweigert, die Fülle, das Elend, die Armut der Stadt aufzunehmen. Die Gerüche kommen gottseidank auch nicht rüber. So sind die Rikschas nur am Freitagabend und die Baustellen mit den Bambusgerüsten nach Feierabend fotografiert und auch die Bettlerin an der Ampel mit dem toten Baby auf dem Arm ist nicht im Bild festgehalten worden. Auch die roten Lumpen, die im Morgennebel auf 5 qm ausgewalzt auf der Strasse zum Flughafen lagen, reizten nicht zum Abdrücken. Am Inhalt eines Schuhes war noch zu erkennen, was es einmal war. Ein verdammt hartes Land.
Immer wieder wird man als Neuankommender gewarnt: " Gib bloß den Bettlern nichts!" Diese haben Stammplätze, an den Ampeln beispielsweise. Bei dem Verkehr geht es sowieso nicht vorwärts und es wird an die Scheibe geklopft. Man sieht Gesichter ohne Lippen, von Lepra zerfressen; einmal ein kaum menschenähnliches "Elefantengesicht". Gibt man ein paar Paisas, spricht sich das rum und am nächsten Morgen bricht der Verkehr garantiert zusammen, so wird der Wagen umlagert.
In Dhaka ist es so schlimm wie nirgend sonst in Asien.
Dieser Anblick und das dazugehörende Geräusch der Hämmer, die Steine zertrümmern, ist das Typische an Bangladesh. An der Stadtgrenze zu Boomtown Dhaka sitzen Tausende von Frauen und Kinder - der Zeichner hat hier in keinster Weise übertrieben - und zertrümmern die mit dem letzten Holz des Landes gerade frisch gebrannten Bricks, die Ziegel.
Nur die Felsen werden von Männern zerkleinert. Hier reicht die Kraft der noch billigeren Arbeitskräfte, der Frauen und Kinder, nicht aus. Die Felsbrocken sind per Lastkahn aus Indiens Bergen über die Flüsse hergebracht worden. Im flachen Land aus Schwemmsand gibt es keine Steine.
Und wozu das Zerklopfen der Ziegelsteine und der Felsen?
Der so mühsam und, bei den gebrannten Ziegelsteinen, so ernergieaufwändig hergestellt Splitt wird für Beton und Straßenbau benötigt.
Zugegeben. Der Junge und das Mädchen mit den leeren Körben oben sind noch kein Beweis für Kinderarbeit. Die Aufnahmen dazu wurden durch erboste Steinwürfe verhindert.
Das Frauen für schwere Arbeiten wie Straßenbau und wie hier beim Entladen von Schiffen herangezogen werden, ist in Indien und Bangladesh normal.
Ebenso, das die Obstreste nach Marktende von dem Mädchen an den Docks von Dhaka eingesammelt werden.
Männerarbeit
Friseurladen an den Docks von Dhaka. Spiegel, Rasierpinsel, Stuhl..... alles da!
Bestimmte Berufe bleiben immer den Männern vorbehalten. Undenkbar, dass in den muslimischen Ländern zwischen der Türkei und Bangladesh Frauen Handel betreiben. Oder irgendein Beruf mit Kontakt zu anderen Menschen ausüben.
Handel: Das ist, was die Männer gerne machen.
Das Bild von dem einzelnen Rikschafahrer wurde nur gemacht, weil es unter ganz ungewöhnlichen Umständen gemacht wurde. Nie waren nämlich die Straßen so leer.
Die Sonne ging da gleich unter und es war Ramadan. In den nächsten Minuten durfte gegessen werden und so waren die Straßen ungewohnt, ja erschreckend leer und anders.
Am nördlichen Stadtrand von Dhaka: Einer der Schlachthöfe
Noch einige Zeichnungen.....
Die nette aber traurige Kobra vorne in der Mitte hält ein Schild hoch: "HI MOM" - britischer geht es nicht!
Transportwesen: Von Afghanistan über Pakistan und Indien bis Bangladesh - kein Unterschied!
Köstlich von dem genialen Zeichner wie er hier das Gefühl herüberbringt: "Nirgends im Land bist du alleine!"
Good luck!
Es stimmt nicht, dass die Leute aufstehen müssen, wenn ein Flieger landen will!
(Nur in der Regenzeit)
Oh ja: This is Bangladesh!
Land und Leute
Chittagong