Afghanistan: Ein Windhund aus der Zucht des Shahs: Ein Saluki. Beim Pokern gewonnen....
Stand: 25.08.2009
Afghanistan
Es war eines der schönsten Länder der Welt!
Saluki - der Windhund
Blondy hieß er und wurde beim Pokern gewonnen. 6 Monate war er da alt. Er lebte zwischen Junggesellen in einem Haus mit ziemlich viel Durcheinander und gehorchte keinem, machte was er wollte. Dabei war er von "vornehmen Blut" und stammte aus der Zucht des Shahs von Afghanistan von der Musterfarm Karezimir, 13 km von Kabul entfernt in Richtung Paghman. Nun lebte er als hundsgewöhnlicher Nutzhund. Er verteidigte Haus und Garten, war beim Zelten in der Natur Afghanistans absolut unentbehrlich: Er witterte Menschen schon, wenn sie das Tal noch gar nicht betreten hatten.
Was das für eine Rasse war, wurde erst nach 3 Jahren so richtig bewußt, als eine Amerikanerin mal eben 2000 US $ für den Hund bot - damals mehr als 6000 DM.
Die Hunde, die 10 Jahre später (so um 1985) auf der Windhundbahn in Berlin am damaligen Flughafen Gatow rumliefen, sahen zwar oft genauso aus wie Blondy, hatten aber nichts von seinen Instinkten, von seinem Charakter, von seiner fast vornehmen Gelassenheit. Es waren hypernervöse Stadtneurotiker, die nur noch von ihren Herrchen und Frauchen übertroffen wurden - die trippelten auch so wie ihre Hunde.
Blondy vor der Landschaft, wo so ein Hund hingehört. Es ist der Sairobistausee, ca. 80 km östlich von Kabul. Die Berge hinten liegen in Noorestan (frei übersetzt: Land des Lichts).
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Info: Saluki In Farzi heist er Tarsi, nach tarsidan - fürchten, also der Furchtsame. Was auch 100%tig zutrifft. Durch seinen schmalen aber hohen Brustkorb hat er eine tiefe, sonore, angenehme Stimme beim Bellen. Die einzige Waffe dieses zwar großen aber gazilen, feingliedrigen Hundes ist die Schnelligkeit. Kaum ein anderer derzeit in Europa gezüchteter Hund verfügt noch über solche scharfen Sinne, Instinkte und Schnelligkeit wie der hier gezeigte Kerl. Sein Name kommt von der südarabischen Stadt Saluq. Allgemein wird er als Persischer Windhund bezeichnet. Er ist einer der ältesten von Menschen gezüchteten Hunde. Sein Abbild ist in Pharaonengräber gefunden worden. Als Gazellenjäger war er gewohnt, nicht oft Beute zu machen. Er frißt dann riesige Mengen, verdaut sie an und buddelt sie ein. Beduinen hielten ihn als Jagdhund. Obwohl der Koran Hunde als unrein verdammt - während Mohammad den Koran schrieb, starb schließlich sein Bruder an der 622 n. Chr. noch unbekannten Tollwut - haben Moslems für diesen Hund so etwas wie eine Ausnahmegenehmigung. |
Erziehung
Als Blondy das erste Mal ins Wohnzimmer kam, lief er zum Tisch, sah die Butter (immerhin aus Beirut teuer eingeflogen), legte den Kopf schief, biss rein, schüttelte den Napf ab und lief wieder raus.
In dem anschließenden ernsten Gespräch Herrchen - Hund wurden die Fronten einfürallemal geklärt. Er war intellegent, begriff alles aus der Situation heraus. Gewehr und Revolver haßte er zwar, kam aber sofort "bei Fuß" - war eben ein Tarsi.
Ein leises "raus" befolgte er sofort, aber nur vom Herrchen. Andere konnten auf ihm rumtrommeln, ihn aber nie dazu bewegen, das einmal eroberte Wohnzimmer zu verlassen.
Ernährung
Riesige Alutöpfe wurden gekauft. Reis, Fleisch, Zwiebeln, Mohrrüben, jede Menge Knochen kamen da rein: es schmeckte ihm und er war nie krank.
Beim ersten Mal bekam er so um 1 kg in seinen Napf. Er schlang es hinunter. "Willst du noch was?" Schwanzwedeln. Das 2. kg war weg und er stand schon wieder da. Allerding hatte er eine Buddelnase. Den dritten Nachschlag gab es nun erst recht, dieses Mal aber mit Beobachtung. Und siehe da: Dort wo im Garten mal Blumen wachsen sollten, buddelte er sein Fressen ein. Er bekam die ganze Woche nichts mehr.
Schlafen
Seine aus zwei ineinander gestellten und gut an den Wänden isolierten Transportkisten gezimmerte Hütte liebte er über alles. Ab minus 10º C in den Nächten zerrte er den Duschak, eine mit Baumwolle gefüllte Matratze, raus und ab ca -20º C ließ er sich einschneien. Dann verschlief er meist und musste gerufen werden. Toll, wenn irgendwo der Schnee aufbrach und Blondy angestürmt kam.
Wurde es noch kälter, durfte er - oh Wonne! - ins Haus.
Mal für Minuten das Wohnzimmer und noch den Sessel zu erobern, ist natürlich das aller Größe.
Aber noch besser sind Abenteuer draußen mit viel Bewegung. Landschaften gab es ja genug.
"Die Rückbank im VW-Käfer gehört mir!" Naja, wenn´s denn übers Wochenende mit Zelt und Kocher losging, war nur noch ein "Plätzchen". Haupsache: der Fressnapf...
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Info: Freizeitgestaltung In den Wintermonaten gab es zwei Möglichkeiten der Freizeitgesaltung: Skilaufen oder Baden. Kino, Fernsehen, Theater, Konzerte - gabe es nicht. Ein paar Kilometer von östlichen Stadtrand Kabuls auf der Straße nach Kandahar hatte die Deutsche Technische Schule eine Hütte am Nordhang errichtet, einen VW-Käfermotor eingebaut und ein Endlosseil über Felgen zu einem kleinen Skilift zusammen montiert. Die andere Möglichkeit zum Baden lag genau 101 km vor der Haustür Richtung Westen. Durch die Tangi Garu verlässt man die im Winter ziemlich kalte Hochebene (1800m), folgte dem Kabulriver. Hinter Sarobi auf ca. 600m lies sich (außer vielleicht Mitte Dez. bis Mitte Jan. herrlich baden. |
Herrlich baden, im Sand wälzen und Fellpflege betreiben - wenn nur nicht das Schütteln wäre um den Sand wieder los zu werden. Tarsis auf ihren langen Beinen haben da nämlich ein ganz besonderes Problem...
...erst haut man sich die Ohren um den Kopf, dass es nur so klatscht, dann setzt sich das Schüttel durch den ganzen Körper fort und wenn es hinten ankommt, gerät der ganze Hund außer Kontrolle und fällt ohne Ausfallschritte glatt um. Zum Piepen!
| Achtung: Witz!
Zwei Tiere unterhalten sich. Sagt das eine: "Was bist Du denn für ein Tier?" |
...noch mal "Flying Tarsi" spielen...
...da kann man auf der Heimfahrt schon mal richtig müde sein - auch als größter Kinderfreund.
So ist man wenigstens für eine Woche sauber.
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Story 1: Vergessen Zum ersten mal auf dem Kopf des großen Buddhas von Bamjan. Blondy war durch die Höhlen die 54 m hoch hinterher getrottet. Wir saßen wieder im Landrover und unterhielten uns über die großartige Leistung der Erbauer. Plötzlich sah der Kumpel am Ortsausgang der kleinen Stadt neben dem Wagen einen Hund rennen und meinte, der sieht ja aus wie Blondy! Unser Köpfe fuhren herum: Sein Platz im Auto war leer. Es war Blondy. Wir hatten ihn vergessen. |
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Story 2: Hunger Auf der gleichen Reise wurde am unteren der fünf Blauen Seen von Band-e-Amir - eines der Weltwunder - gezeltet. Nach einigen Tagen ging das Essen aus. Wir hatten die letzte Suppenbüchse auf dem saugefährlichen Benzinkocher fast heiß genug, als Karl-Heinz plötzlich rief: "Gänse". Wir stürzten ins Zelt, rissen die Gewehre an uns und ballerten den Gänsen Luftlöcher hinterher. Die Viecher drehten sich nicht einmal um. Als wir zurückkamen, stand der Topf abgewaschen und sauber neben dem Kocher. Nur Blondy war nicht zu sehen. Wahrscheinlich kühlte er sich irgenwo am 11º C kaltem Wasser des Sees die Zunge und die Schnauze... Abends kamen Nomaden an. Denen konnten wir ein eigenartig dunkles Faldenbrot - Nan - abkaufen. Beim Essen merkten wir, dass sich im Teig Mehl und Sand so ziemlich genau die Waage hielten. Aber Blondy hatte so einen Knast, dass er auch das herunter schlang - wie wir natürlich auch. |
Kabul
Hundekampf
