Bevölkerung

Drei Volksgruppen, die sich unter der unsäglichen Talibanherrschaft unerbitterlich bekämpfen sollten, spielen eine Rolle: die Paschtunen (38%), die Tadschiken (25%) und die Hazaras (19%). Usbeken (6%). Aimaken, Turkmenen und Belutschen vervollständigen das Völkergemisch. Die Zahlen sind von 2003. Danach gibt es 23.3 Mio. Afghanen von denen ca. 6 Mio im Ausland leben. Aber wer weiß das schon so genau. 99% sind Muslime (84% Sunniten, 15% Schiiten).

Sprachen: Paschtunisch und Farzi Dari (ein Altpersisch - Dialekt des Königs Darius).

Paschtunen

Ein Paschtune hat ein Gewehr und verteidigt damit sein Land. Lesen, Schreiben, seßhaft sein, Handwerk und Handel: unwichtig. So war es immer.

Sie trieben die Engländer in 2 Kriegen im 19. Jahrhundert zurück über den Khyberpass, ließ die Eisenbahn England - Indien nicht durch ihr Land. Dabei war die Bahnlinie bis zur iranischen Grenze und bis zum Khyberpass fertig. In erbitterten Schlachten besiegten sie die Tommies, weil ihre langläufigen Steinschloßflinten weiter schossen als die kurzläufigen, modernen Sheffieldgewehre. So erzählen sie jedenfallsheute noch in den Tschai-honas, den Teehäusern.

In der Zwischenzeit hielten sie mit ihren Gewehren die Herrschaft der jeweiligen Shahs hoch oder brachten sich gegenseitig um.

Sie trieben die Iwans mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes und vieler US $ wieder aus dem Land. Schließlich kommt ein Paschtune mit ein bißchen Tee, Zucker, Nan (Fladenbrot - ein Vollnahrungsmittel) und ein paar Zwiebeln aus. Er rennt mit Ausrüstung die Berge hoch ohne zu schwitzen und beschießt von oben bequem die in Kabul landenden Flugzeuge. Keine noch so moderne Armee der Welt kommt da hinterher.

Als ihnen die Stingerraketen (Fire-and-Forget-Waffen) in die Hände gespielt wurden, war auch das Schicksal der Russen bitter besiegelt. Die wollten nur den schon immer ersehnten Zugang zu einem warmen, eisfreien Meer.

Dann kamen die Amis. Die Paschtunen nennen sich nun Taliban und können sich von ihren Gewehren immer noch nicht trennen; sie kennen nichts anderes. Besiegt sind sie noch lange nicht. Geld spielt keine Rolle. Opium gibt es z. Z. überall oder die wahibitischen Herrscher in Saudi Arabien werden einfach erpresst.

Keiner - seit Dschingis Khan - bringt da Ordnung rein. Auch nicht die vielen deutsche Soldaten in Kundus.

Afghanistan-Junge

Tadschiken

Tadschiken sind die geborenen Händler und haben immer das Geschäftsleben bestimmt und die Intelligenzschicht gestellt - was den ebenfalls von den Indogermanen abstammenden Paschtunen natürlich nie behagte.

In den Städten kleideten sie sich betont westlich und trugen anstelle des Turbans ihre Mützen aus Karakulfell: Persiana.

Hazaras

Dschingis Khan hat mit seinen Tausendschaften im 13. Jahrhundert das damals blühende Land mit seinen ausgedehnten Bewässerungssytemen total und für immer zerstört. Hazar heißt Tausend auf Persisch und von den Tausendschaften leiten sich die mongolischstämmigen Hazaras ab. Sie besiedeln den zentralen Hindukusch und haben das Transportgewerbe in den Städten unter sich. Arm sind sie und werden von den anderen Volksgruppen oft als die Underdogs angesehen.

Afghanistan-Land-Leute-Fotos
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Story

Einmal wollte Hadschi Mohammad das schlimmste deutsche Schimpfwort wissen. Adhoc fiel nur ein: " Du Schlawiener".

Irgendwann war es so weit. Hadschi Mohammad stürmte mit rollenden Augen und aufs äußerste gereizt auf einen Deutschen los und schrie ihn an: " Du Schlawiener!"

Frauen in Afghanistan

Afghanninen sind hübsch

Die Aufnahme entstand am 15. Mai 2005 beim jährlichen "Karneval der Kulturen" in Berlin-Kreuzberg. Die Dame lief im endlos langen Festumzug unter "A" wie Afghanistan mit. Hier ist sie von ungefähr einer Million Leute gesehen worden. Im Land selbst bekommt man eine Frau so nicht zu sehen, früher kaum, jetzt schon gar nicht. Da konnte man noch so lange dort gelebt haben.

Es fällt schwer bei diesem Thema objektiv zu bleiben, auch wenn man es sich fest vornimmt.

Gibt man > Frauen in Afghainstan < bei Google ein, werden mehr als 2 Millionen Einträge angezeigt. Was bleibt da noch übrig als sich an ein paar Beobachtungen und Erlebnisse zu erinnern.

Noch ein paar Leute...


Die afghanische Geschichte seit dem Einfall von Dschingis Khan im 13. Jht. ist zu 80% sehr gleichförmig verlaufen: Hier einige Beispiele: Der Nachfolger/das nachfolgende Regiem/Unbekannt bringt den Vorgänger einfach um...

Hier wird es nie Frieden geben. Warum? Im Frieden sind Krieger arbeitslos! Und viele sind immer noch Krieger seit dem Einfall der Mongolen...

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Amanullah Khan, Afghanischer König 1919-1929, Paschtune. Sein Vater Habibullah (herrschte seit 1901) wird am 20.02.1919 bei Dschelalabad ermordert. Amanullah ernennt sich selbst am 07.06.1926 vom Emir zum König. Nach dem Vorbild Atatürk wollte er Afghanistan reformieren. Zu schnell, zu ungeschickt. Taucht in den "Golden Twenties" in Berlin auf, Schlager und Witze werden hier über ihn gemacht. Sein Thron kippte am 14.01.1929. Starb am 20.04.1960 in Rom.

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Mohammad Nadir Shah, Paschtune, seit 15.10.1929 König und am 08.11.1933 im Alter von 45 Jahren erschossen von einem Schüler der deutschen Nedschatschule in Kabul. Der Shah hatte nämlich seinen Vater genau ein Jahr vorher umbringen lassen worauf ein Student in Berlin im Juni 1933 den Botschafter, den älteren Bruder Nadirs, Mohamad Azzis, nun seinerseits umlegte.... na ja, usw. Geschichte ist wirklich spannend in dieser Ecke der Welt.

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Zahir Shah, 1933-1973 der letzte König Afghanistans, Paschtune, und seit der Befreiung von der Taliban-herrschaft nun wieder gefragt, ist der älteste Sohn Nadir Shahs. Er wurde noch am Tag der Ermordung 19-jährig zum König gekrönt. Viel hat er für das Land getan und der Kreislauf des Mordens und ermordet werden hätte endlich durchbrochen werden können, wenn sich die Kommunisten nun nicht eingemischt hätten...

Info Literaturhinweis

Neben Fundstellen im Internet (Bilder):

Max Klimburg: "Afghanistan, Land im historischen Spannungsfeld Mittelasiens", 1966, Austria-Edition Wien

Story

Bei Arbeiten an der Nebenstellenanlage im Shahpalast im Herbst 1970 standen plötzlich zwei aufgeregte Soldaten hinter uns. Sie führten uns auf das Dach zu einem kleinen Aufbau.

Seite. Unten befanden sich die sehr hohen Repräsationsräume, oben die Wohnräume. Als die Tür zu dem Aufbau endlich geöffnet war, zeigten sich riesige, nie gesehene Schütze, gusseiserne große Räder, trockene Stahlseile. Offentsichtlich ein Aufzug. Aber in welchem Zustand: überall Staub, Taubendreck, ein altes Rattennest.

Die Askas sprachen nur Paschtu, Azzis übersetzte das wenige was sie wussten. Klar war: da steckt einer fest. Auf dem großen Rad stand "Made in Belgique, 1886" und das schien gleichzeitig das letzte Jahr der Wartung gewesen zu sein. Bestimmt ein Geschenk an einen der frühren, technikverliebten Potentaten. Die Kontakte der Schütze, daumennagelgroß, die Federn mit 1 kg Spannkraft: also Saubermachen. Dann funkte es, das Rad drehte sich, unten ratterte ein Gitter zur Seite.

Wochen später Anruf aus der deutschen Botschaft. Schlechtes Gewissen. Es hatte sich schon mal einer über einen rasenden roten Käfer im Stadtbild beschwert? Dieses mal aber war ein Dankschreiben des Außenministeriums und ein Geschenk angekommen: Ein Paradesäbel eines Generals, schön ziseliert und mit Messingeinlegearbeiten versehen.

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Daoud Khan, ein Vetter des Zahir Shahs putscht sich am 17. Juli 1973 an die Macht. Zahir Shah ist auf Urlaub in Europa, als seine Regierung durch einen Militärputsch mit Hilfe PDPA (Afghanische Kommunistische Partei), gestürzt wird. Von den 2 beteiligten russischen Panzern fällt einer in den Kaubulfluss.  Daoud Khan ruft die Republik aus und sich zum Präsident.  Dafür wird er 1978, als er den Russen nicht mehr so richtig passt, auch folgerichtig - ermordet.

M. N. Taraki kommt 1978 durch Putsch der kommunistische "Demokratische Volkspartei" an die Macht. Schon der Name der Partei riecht furchtbar nach Ostblock: Heißt den Demokratie nicht Volksherrschaft...? Was soll`s: Nach einem Jahr wird er eh ermordet.

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Amin wird im September 1979 Nachfolger von Taraki. Er wird schon im Dezember 1979 - nein: Falsch geraten! Er wird nicht ermordet. Er wird nur hingerichtet!

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Babrak Karmal wird im Dezember 1979 eingesetzt. So kann es ja nicht weitergehen und er ruft die Sowjets mit starken Truppenverbände ins Land. Die werfen erst einmal ein paar Handgranaten in den Kabelkeller der Vermittlungsstelle City damit keiner mehr ins Ausland telefonieren kann. Ist wohl bei "Befreiungsaktionen" so üblich, wenn man auf westliche Technik trifft und damit nicht so umgehen kann. Karmal stirbt am 01.12.1996. An? Neu wäre: Altersschwäche!?

Story

Der Widerstand im Kleinen blühte. Im Farsi Dari spricht sich das "K" in Karmal ganz hinten und tief unten in der Kehle als knackendes "Q" mit "Ch" (oder umgekehrt?) aus. Eine kleine Lautverschiebung und es hieß "Harmal" = Esel.

Das Postministerium war zur Hälfte immer noch westlich eingestellt. Es gab ja keine zweite, kommunistische Technikerriege, die man einfach auswechseln konnte. Zwar hatte die DDR angeboten, alle Vermittlungsstellen kostenlos gegen ihr System auszuwechseln, aber so richtig konnten sie sich nicht durchsetzen.

Mitten in der nordafghanischen Steppe, in Shibergan, durfte sie ein Musteramt hinstellen. Große Erfahrung hatte der Arbeiter- und Bauernstaat in solchen oder tropischen Gebieten im Export von Technik nicht. Grinsend wurde von den alten Freunden berichtet, dass genau in der Nacht vor der Einschaltung, als der Staubsturm kam, ganz ausversehen die Tür nicht richtig zu war.... Man konnte schon immer in Afghanistan genau zwischen VW und Trabbi und zwischen Brüdern und Freunden unterscheiden.

Das Telefonnetz in Kabul hatte 1984 viele Fehler. Das Land war für solche Fälle, wo ein externer Experte angeblich nötig war, gerüstet. Schließlich hatte man in Marbella, Spanien (sik!) mal den Beitritt zur Asian Pazific Telecommunity erklärt und Beiträge gezahlt. Der Experte konnte aus jedem Land kommen: Nur aus dem richtigen Deutschland sollte er sein und wurde namentlich angefordert - was die Amis natürlich nicht wissen durften.

So erfolgte die Einreise eben über Bangkok, Thailand - Delhi, Indien. Dort war die einzigen Botschaft der westlichen Welt, die noch Visa erteilte. Kalkuliert von den Thais: Eine Woche, benötigt 3 Stunden (Bakschisch + Sprachkenntnisse). Genau in diesen Tagen flog die Chemiefabrik in Bohpal, Indien in die Luft.

Die Ariana Afghan Airlines flog einmal die Woche und es war schon immer komisch, beim Landeanflug auf Kabul aus dem Fenster zu schauen und die Berge über sich zu sehen. Die Jungs vom Zoll/KGB hatten wohl das klitzekleine Sonyradio 7600D noch nie gesehen und den Wolf im Schafsfell nicht erkannt: So ein bißchen aufgelötet ist jede Frequenz - wirklich jede - zu empfangen. Die russischen Panzer sendeten übrigens hundsgewöhnlich auf UKW.

14 Jahre lang die Sprache nicht gesprochen. Aber als der Gepäckträger für 10 m Koffertragen soviel Afghani haben wollte.... na, da waren als erstes die Schimpfwörter wieder da: Entschuldigung! Von der Botschaft war jemand da der bestätigte, dass niemand angekommen war. Von denen, die den Experten angefordert hatten, war nichts zu sehen. Die fielen aus allen Wolken, als jemand, der sich in Kabul ja auskannte, am nächsten Morgen dort zu Fuß zur Arbeit erschien. Das beste Auto, was es noch gab, stand fortan samt Fahrer zur Verfügung.

Na ja, heikel war der Job schon etwas. Schließlich gab es Marshal Law und Crufew Hour und hin und wieder flogen ein paar Raketen ungezielt in Stadtbild. Weiteres siehe hier: Arbeit

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Überall im Stadtbild nach dämlichsten Konzept des Kommunismus Peronenkult in Reinkultur. Hier ein riesiger Karmal (an der Fassade der Blutbank) über dem Krankenbett eines bestimmt verdienten Verletzten des Volkes bei der 103% Erfüllung seines Genesungsplanes.

Vielleicht wäre der Kommunismus weiter gekommen, wenn er das Volk nicht für so blöd gehalten hätte und auf diese Plakate und roten Spruchbänder verzichtet hätte.

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Dr. Najibullah, Arzt, Paschtune, 1947-1996. Der moskauhörige Chef der Geheimpolizei löst 1986 Karmal ab. Wie er stirbt? Er wird öffentlich aufgehängt und zur Schau gestellt. Der Schutz der UNO half ihm nicht mehr viel. Sowjetunion wird von Afghanistan besiegt, totaler Rückzug der Sowjets am 15.02.1989. Die Grabenkämpfe im Machtvakuum gehen los. Erst jetzt wird Kabul zerstört.

Info Literaturhinweis

Die besten Hintergrundinformationen gib das Buch "Die Bärenfalle - Der Kampf der Mudschahedin gegen die Rote Armee" von Mark Adkin und Mohammed Yousaf, Barrett Verlag, Düsseldorf, 1992. Der pakistanische Geheimdienstoffizier Yousaf im Range eines Brigadegenerals war 4 Jahre lang zuständig für die Operationsplanung der Mudschahedin im Kampf gegen die Russen. Er kennt die Herren auf der linken Seite hier meist persönlich.

Die Amerikaner wären ohne Leute wie ihnen in diesem Teil der Welt hoffnungslos verloren gewesen. Die 15 (?) Geheimdienste der USA kannt zu Beginn der sowjetischen Okkupation wohl weder die Clanchefs mit Namen noch deren Sprache. Die Pakistaner haben für sie die imensen Summen verteilt, sie haben aufgepasst, dass die Warelords auch manchmal gegen die Russen und nicht nur untereinander kämpften, haben für die richtigen Waffen gesorgt. Den Wendepunkt brachten dann die Stingerraketen. Sie brachen das Rückgrat der Roten Armee - die Kampfhubschrauber.

Um den Rückzug der Sowjets einiger Maßen geordnet vor der Weltöffentlichkeit erscheinen zu lassen, veranstalltete irgend ein Geheimdienst das größte Feuerwerk, das Pakistan je erlebt hat: Der gesamte Munitionsvorrat für den Krieg in Afghanistan flog auf einmal in die Luft. Im Aprill 1988, in Ojhir bei Rawalpindi. Tagelang explodierten 10.000 Tonnen Munition, 30.000 Raketen, Millionen Patronen, Tausende Granatwerfergeschosse, Stingerraketen.

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Burhanuddin Rabbani, Professor der Linguistik (spricht 6 Sprachen), Tadschike, Führer der Hezbi Jamiat-e-Islami (Islamische Gesellschaft) wird 1992 zum Präsidenten gewählt. Die Mudschaheddin nehmen Kabul ein und gründen einen Islamischen Staat. 

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Gulbudin Hekmatyar, Paschtune mit eigener Armee, geb. 1946, wird im Juni 1996 Oberhaupt der Hezbi-e-Islami. Er unterzeichnet einen Friedenspakt mit Rabbani und kehrt zurück nach Kabul um als Premierminister zu regieren.

Mullah Omer, der Führer der Talibanregierung kommt mit der Unterstützung der Talibanmelizen und der Pakistani am 27. September 1996 an die Macht und treibt den gewählten Präsident Rabbani und seine Regierung aus Kabul hinaus. Er lässt Najibullah nach allen Regeln der seltsamen Talibanfrömmig-keit grausamst öffentlich aufhängen.

Noch im Mai 2011 haben die Amerikaner für den Einäugigen 10 Millionen US-Dollar Kopfgeld ausgesetzt: Dead or alive.

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Dostum, Usbeke mit eigener Armee, schmiedet eine Allianz zwischen der Regierung, Hezbi Wahdat und sich. Jetzt wird es richtig schlimm für die Afghanen. Es gibt grobe Menschenrechtsverletzungen durch die Taliban. Die Frauen werden unterdrückt, müssen vollständig verschleiert sein, dürfen nicht mehr zur Arbeit gehen, nicht ohne männliche Begleitung rausgehen. Männer werden gezwungen sich Bärte wachsen zu lassen.

Buzkashi, der afghanische Nationalsport wird verboten.

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Ahmed Schah Massud, Tadschike, der Führer der Taliban-Opposition,"Nord-allianz". Erlag am 12.09. 2001 den Verletzungen eines Selbstmordattentates, das am 09.09. 2001 von zwei als Journalist getarnte arabischen Männer auf ihn verübt worden war - genau zwei Tage vor den Angriffen der Al Qaida auf Amerika.  

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Harmid Karsai übernimmt nach der Konferenz auf dem Bonner Petersberg am 05.12.2001 den Vorsitz der afghanischen Übergangsregierung. Er soll das Land in eine friedliche Zukunft führen. Am 07. 10. 2001 beginnen die Amerikana einen Luftkrieg gegen Osama Bin Laden und sein Terrornetzwerk Al-Qaida in Afghanistan. Die Nordalianz nimmt Kabul ein.

Sayed Ahamad Gailani Paschtune, geb. 1932 in Kabu Führer der Mahaz-i-Milli-Islami (Islamische National Einheit) 1978 Nach dem Staatsstreich der Kommunisten (DVPA/PDPA) verläßt er Afghanistan. In Peshawar gründet er die "Mahaz-i Mily-i Islami-yi Afghanistan"* (Nationale islamische Front Afghanistan], eine im Prinzip royalistische, moderat islamische Partei Gailanis Partei hat keine breite Basis. Unterstützung erhält sie v.a. von afghanischen Geschäftsleuten im pakistanischen Exil und auch von Pakistans Regierung; eine kleine Anzahl ihrer Mitglieder kämpfte in Ost-Afghanistan.

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Yunis Khalis Paschtune, Geistlicher, geb. 1919 in Gandomak, (Distrikt Khugiani/Khogiani, Provinz Nangarhar) Führer der um 1980 gegründeter Splitterpartei Hizbi Islami-Khalis (Islamische Partei), früher zusammen mit Gulbaddin Hekmatiar. In den letzten Jahren des Krieges waren allein in der Provinz Balkh vier Kommandanten der Jamiat (der Partei Ahmad Schah Massuds) führend am Rauschgifthandel beteiligt, in Nangahar die Kommandanten Rusadin und Hafisullah der Partei von Yunis Khalis. Im Juni 1994 ruft sich Khalis selbst mal eben zum Übergangspräsidenten aus. 2001 ist Khalis Verbündeter der Taliban und hält sich - wie meistens - in Pakistan auf. Im Okt. 2001 singnalisiert er seine Unterstützung für Zahir Shah's Loya Jirga Friedensplan signalisiert haben.

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Abdul Rasul Sayaf  Als einziger Paschtune hat er sich klar zu Rabbani bekannt. Führer der kleinen paschtunischen Gruppierung der Ittihad-i-Islami Barai Azadi Afghanistan  (Islamische Einheit für die Freiheit Afghanistan. Der Einfluss des sunnitischen Fundamentalisten soll auf finanziellen Unterstützung durch Saudi Arabien beruhen.

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Sibghatullah Mojadedi  Führer der Jabha-i-Najat-i-Milli Afghanistan (Front  zur Rettung der afghanischen Nation)

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Abdul Ali Mazari , Hazara, 1946-1995, kämpfte gegen die Sowjetunion in Zentralafghanistan und natürlich gegeneinander. Am 6.3.1995 Ausbruch heftiger Kämpfe zwischen Rabbani -Truppen und Einheiten der Hizb-i- Wahdat, die sich im westlichen Kabuler Stadtteil Kart-i-Se verschanzt haben. Am 12.3.95 wird Mazari von den Taliban gefangengenommen und zur Taliban-Basis nach Charasyab gebracht (25 km südlich von Kabul) und am 13.3. wird er und 9 seiner Gefolgsleute von den Taliban umgebracht. Das Massengrab mit 22 ermordeten Hazaras wird am 30. 3. am südlichen Stadtrand von Kabul entdeckt.

Eine Untersuchungskommission aus Vertretern von Hizb-i Wahdat, Harakat-i- Islami und der Rabbani-Regierung soll das Verbleiben mehrerer hundert Hizb-i- Wahdat-Kämpfer nach der Einnahme ihrer Stellungen durch die Taliban klären. Die Taliban behaupten, Mazari und die 9 weiteren Führer seiner Partei hätten an Bord eines Helikopters, der sie nach Kandahar fliegen sollte, einem der Bewacher das Gewehr entwunden und den Piloten verwundet. Der Helikopter sei Nahe Ghazni notgelandet und im folgenden Gefecht seien Mazari, seine 9 Wahdat-Kommandanten und 6 Taliban-Wächter getötet worden. Die Wahdat indessen beschuldigt den Kommandanten der Taliban in Charasyab, Mazari gefoltert und ermordet zu haben.

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Die Herren auf der linken Seite sind die offizielen Machthaber in der Geschichte Afghanistans. Sie wurden/haben sich (selbst-) ernannt, haben geputscht, sind selten gewählt aber dafür meist ermordet worden.

Die Herren auf der rechten Seite sind die Warlords und vertreten oft lokale Interressen. Sie haben meist bis an die Zähne bewaffnete Privatarmeen. Geld lässt sich vorallem mit Waffenhandel, Opium und Schmuggel verdienen. Pure Humanisten sind wohl nicht darunter. Die Auswahl ist vollkommen willkürlich. Aber eines eint sie: Sie wollen an die Macht!

Info Taliban

Talib heiß auf arabisch Student, plural Taliban.

Man muss sich nur die Millionen afghanischer Flüchtlinge in den pakistanischen Städten Peshawar, Quetta oder Karachi vorstellen: wenn da einer wie der Militärdiktator Zia ul-Haq (1977-1988) kommt und kostenlos Bildung in Religion, Kleidung, Essen verspricht, wer schickt da nicht seine Söhne hin? Spielt da das bißschen Militärausbildung dann noch eine Rolle?

Nun ist Pakistan schon immer mehr als Pleite. Wo kam und kommt also für die konsevativen Koranschulen (Madrasa) vom Islamische Theologenverein (Dschama-atululluma-e-Islam) - hier wird sunitische Rechtgläubigkeit gelehrt - das Geld her? Aus Saudi Arabien!

So nahm die Bewegung der afghanischen Taliban ihren Anfang in Pakistan. Und von hieraus, aus den Paschtunengebieten im Süden des Landes, liefen im Januar 1995 die ausnahmslos paschtunischen "Studenten" dann auf Kubul los.

Schade, wenn man bedenkt, was man sonst noch alles in Schulen lernen kann!

Info Loya Jirga

Die Loya Jirga ist die traditionelle Versammlung aller Stammesfürsten. Das Wort kommt aus dem Paschtunischen und bedeutet "Großer Kreis". Womit sie sich derzeit beschäftigen und wie weit eine innerafghanische Lösung noch entfernt ist, mag der folgende Bericht vom 01.01.2004 verdeutlichen:

231 von 502 Delegierten der Loya Jirga boykottierten eine Abstimmung aus unterschiedlichen Gründen (u. a. Burhanudin Rabbani und Siddiq Chakari von der Jamiat-e-Islami). Einige wollten nicht, dass Pashtu Nationalsprache wird, andere wollten die Nationalhymne in verschiedenen Sprachen oder sie boykottierten, weil Sibghatullah Mojadedi sie als Atheisten beschimpfte. Die so Beschimpften hatten das Wort ISLAM in der Landesbezeichnung abgelehnt (Islamische Republik Afghanistan). Danach folgten 2 Tage der Konfusion. Viele Delegierte beklagten, dass das Procedere unklar und unfair sei.

Info Mudschahedin

Mudschahedin, (oder Mudschaheddin) sind islamisch-fundamentalische Glaubenskrieger - so wollen sie jedenfalls gesehen werden.

Sie gehen auch schon mal gegen Taliban vor oder umgekehrt. 1997 massakrierten Mudschahedin in Masar - e -Sharif an die 1000 Taliban.

Da erhebt sich unweigerlich die Frage: Wer mordet denn nun für den richtigen Allah/Gott?

Index Afghanistan

Kabul

Afghanistan

Es war eines der schönsten Länder der Welt!

Land und Leute

Afghanistan-Schreiber

Bilder aus Afghanistan der Jahre 1970 bis 1972, 1979, 1984/85 und von 2007

Stand: 25.09.2014

Ok, nicht jeder kann schreiben und lesen. Na und?

Vorsicht, du aus dem Abendland! Nur nicht hochnäsig werden! Der Paschtune mit dem schwarzen Turban kann dich u. U. vom Schachbrett wegputzen, dass dir Hören und Sehen vergeht. Er lernt vielleicht in 3 Wochen deine Sprache wenn du ihm nur die Chance gibst.

Vielleicht hat er in der Jugend eine Madrasa, eine Koranschule besucht und den Koran in altarabisch - eine Sprache die keiner mehr spricht - auswendig lernen müssen und so sein Gehirn hervorragend trainiert. Zugegeben: er sieht allerdings nicht so aus.

Vor dem Wasir-e-Moqhaberat, dem Postministerium in Kabul, gab es viele solcher "Schreibbüros" Für ein paar Paisas wurden Formulare ausgefüllt oder Briefe diktiert und geschrieben.

Afghanistan_Baber_1

Paschtune, Gärtner im DED (Deutscher Entwicklungsdienst, 1970) in Kandahar. Ein sympathischer alter Herr, der erfurchtsvoll Baber (soviel wie weiser Herr) genannt wurde.

Afghanistan_Baber_1

Tadschike, ebenfalls in Kandahar 1970. Die Art, wie sein Turban gebunden ist, weist ihn als gelehrten Mann aus: ein Ende hängt herunter. Solche Aufnahmen waren sehr schwer zu machen und wären ohne Azzis, den obersten Counterpart, nicht entstanden.

Ein hundsgefährlicher, bis an die Zähne bewaffneter afghanischer Krieger, umgeben von unendlich vieler Munition.

Die Hände sind ja nun wirklich schmutzig. Aber was soll man machen, wenn es weit und breit kein Wasser gib oder es nur zum Trinken reicht. Zur Aufgabe der Mädchen gehört schließich das Einsammeln des Dungs der Tiere. Anderes Brennmaterial gibt es in den baum- und strauchlosen Hochebenen, Bergen und Steinwüsten nicht.

Wie heißt es immer so schön: Entstehende Ähnlichkeiten sind rein zufällig. Ein Reisender an einer der vielen Bustopps zwischen Kandahar und Kabul.

Afghanistan_Faruk

Faruk (links im Bild), seines Zeichens Fernmeldetechniker mit hervorragenden Deutschkenntnissen und Hadschi Mohammad, Fahrer und das netteste Schlitzohr Afghanistans, bei einem Ausflug zu den Ausgrabungen von Lashkagar 1971. Wie er nach Mekka gekommen ist, war nie so richtig herauszubekommen - wahrscheinlich als Busfahrer. Vom Schachbrett putzte er jeden weg, aber Schreiben und Lesen konnte er nicht. Auf einem umgedrehten Heizlüfter kochte er ein 3-Gänge-Menue für 7 Leute. Geplatzte Kühlerschläuche konnte er mit zerkauten Rosinen im Mund gemischt mit Watte reparieren und Deutsch lernte er vom Zuhören. Dufte Kerle!

Eines war aber nicht herauszubekommen: Welcher ethnischen Gruppe die beiden angehörten.

Schlimm war es, den netten Faruk 14 Jahre später wiederzusehen. Sein Vater saß im Gefängnis. Er war dadurch zum Kommunisten erpresst worden und die anderen aus der ehemaligen Truppe warben dafür um Verständnis. Hadschi Mohammad war in Richtung USA über die Grüne Grenze abgehauen und hat bestimmt sein Glück gemacht.




Afghanistan-Junge